Leserbrief

Walserberg

"Retourkutsche", "Revanche", "Stauflüchtlinge" - wenn ich so etwas in einer Tageszeitung wie den SN lese. Sind wir im Kindergarten, wo man auf den bösen Spielkameraden eindrischt? Demnächst dann "Staumigranten", die man irgendwo konzentrieren muss, bis der Stau sich auflöst.

Was für Wortwahlen sind denn das bitte schön mittlerweile. Auch ein Satz wie der des Bürgermeisters aus Wals-Siezenheim: "So Freunde, . . . " Wie erschreckend, nicht zu merken, dass diese Ausdrucksweise die Angesprochenen in kleinster Weise als Freunde wahrnimmt, eher als "So, Bürscherl . . . ", der was ausgefressen hat. Was der entlassene Innenminister hier zu suchen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

Und bei allem berechtigten Zorn und Unmut sollte man bedenken, dass diese unsäglichen Grenzkontrollen und deren zeitliche Verlängerung im Schengenraum halbjährlich von den einzelnen EU-Staaten beantragt werden müssen. Ja und wer ist da auch immer mit dabei? Ja wer wohl? Richtig?

Und kontrolliert werden sollen ja illegal einreisende Migranten. Und wie jeder von uns weiß, landen diese ja tagtäglich mit dem Fallschirm immer direkt aus Afghanistan kommend auf dem Gaisberg. Oder täusche ich mich da?

Bitte die Scherben, die beim Steinewerfen entstehen, wenn man im Glashaus hockt, selbst aufkehren.


Kurt Fuchs, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 23.05.2022 um 10:26 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/walserberg-71315047

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