Leserbrief

Warnung vor gesellschaftlichem Spaltpilz


Ich beobachte als ehemaliger Lehrer mit Respekt die Versuche der Lehrer, Schüler und Eltern, die Pandemiesituation zu bewältigen. Ich beneide sie nicht im Geringsten, dennoch hege ich manchmal den heimlichen Wunsch, wie vor meiner Pensionierung politische Bildung zu unterrichten. Die Anlässe der Gegenwart ermöglichen Auseinandersetzungen mit wichtigen politischen Grundfragen. Einen Anlassfall der besonderen Art bietet der Klubobmann der FPÖ, Herbert Kickl, der in einem wahren Rausch eine Kanonade von Begriffen loslässt, die alle auf die Regierung und deren Maßnahmen gegen die Pandemie gemünzt sind: Apartheid, Diktatur, Totalitarismus usw. Man könnte im Unterricht die Schülerinnen und Schüler dazu anregen, nachzuforschen, was diese Begriffe inhaltlich bedeuten und wie sie sich in verschiedenen Formen in der Vergangenheit und Gegenwart gezeigt haben bzw. zeigen. Im nächsten Schritt wäre es möglich, vor diesem Hintergrund die Maßnahmen der Regierung zu überprüfen und mit sachlichen Argumenten ihre Stärken und Schwächen herauszuarbeiten. Vor allem müsste aber im Sinne einer wehrhaften Demokratie den Schülerinnen und Schülern verdeutlicht werden, welche gefährlichen gesellschaftlich spalterischen Tendenzen im politischen Agieren eines Kickl angelegt sind.


OStR. Mag. Wolfgang Wintersteller, 5400 Hallein

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