Leserbrief

Warum 1,50 Euro pro Stunde zu wenig sind

Da eine gewisse Partei anstrebt, die Bezahlung für Remunerantentätigkeiten von Asylwerbern auf 1,50 Euro pro Stunde zu senken, sind die Diskussionen diesbezüglich groß. Als Hauptargument nennt der Innenminister, dass Zivil- bzw. Grundwehrdiener teils weniger bekommen als Asylwerber. Diese Argumentation erscheint jedoch äußerst oberflächlich, wenn man bedenkt, dass Zivil- und Grundwehrdiener über von Grund auf verschiedene finanzielle sowie soziale Voraussetzungen verfügen. Unserer Ansicht nach ist diese Maßnahme für eine gelungene Integration gänzlich kontraproduktiv. Zum einen dauern Asylverfahren zum Teil mehrere Monate, Zeit in welcher sie abhängig vom Staat Österreich sind und in der sie schon wertvolle Beiträge für die Gesellschaft sowohl im wirtschaftlichen als auch im sozialen Bereich leisten könnten. Zum anderen ist auch anzumerken, dass viele Asylsuchende, die nach Österreich kommen, vor vielfältigen Gräueln in ihren Herkunftsländern fliehen und man ihnen daher auch in Hinblick auf den persönlichen Selbstwert eine angemessene Wertschätzung für ihre Arbeit zukommen lassen sollte. Mit 1,50 Euro ist diese wohl kaum gegeben und auch die Deckung der Grundbedürfnisse nicht möglich.

Ines Wlcek & Anna Winkelmeier, 5020 Salzburg & 5325 Salzburg

Aufgerufen am 31.10.2020 um 12:00 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/warum-1-50-euro-pro-stunde-zu-wenig-sind-68293090

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