Leserbrief

Warum schweigt die Landespolitik zum Firmenausbau?

Zum Artikel "Bekannter Unternehmer macht gegen Firmenausbau mobil" in den SN vom 18. 3. 2021 drängt es mich, einiges anzumerken. Herrn Dygruber, dem "Claro"Chef, ist zu seiner Aktion zu gratulieren, wenn er auf den hohen Wert der Adnetfelder hinweist und sich öffentlich gegen den Plan stellt, diese prächtige Landschaft mit ihren hochwertigen landwirtschaftlichen Böden zu verbauen. Anders als der Ebenauer Bürgermeister, Herr Mag. Fürstaller, halte ich es geradezu für eine Bürgerpflicht, Stellung zu beziehen.

Man muss aber die Aufmerksamkeit auch auf jene lenken, die tun, als ginge sie das gar nichts an. Wieso verschweigt sich die Salzburger Landespolitik? Hält sie sich für schuldlos, wenn unsere Unternehmen keinen Platz finden, wenn sie ihn brauchen? Wenn sie ihn dort nehmen müssen, wo er zufällig verfügbar wird? Wo bleibt die Meinung unseres Landesrates Dr. Schwaiger, der neben der Raumordnung auch für die Landwirtschaftsagenden im Land zuständig ist, der sich oft als Kämpfer gegen Bodenverluste abmüht? Wie ist sein Stillhalten zu deuten? Ist Bodenschutz immer dort "wurscht", wo anderes wichtiger ist als die Sicherung der bäuerlichen Landwirtschaft und ihrer Grundlagen? Wieso verschweigt man sich? So verkommt die Pracht Salzburgs.

Der Wiener Raumplaner Dr. Schindegger beschreibt solches bitterböse: "Planung wird nicht als politisches Element begriffen, sondern als Beschränkung des politischen (Spontan-)Handlungsspielraumes, als Hindernis für den traditionell praktizierten ad-hoc-Reaktionismus". Die Politik in unserem Land muss sich rasch neu erfinden. Wir wollen unsere Zukunft nicht verlieren, wir müssen sie gemeinsam gewinnen.


Dr. Winfrid Herbst, Vorsitzender Naturschutzbund Salzburg

Aufgerufen am 18.10.2021 um 10:45 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/warum-schweigt-die-landespolitik-zum-firmenausbau-101295832

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