Leserbrief

Was muss noch passieren?

Der Artikel von Gerhard Schwischei "Wie gefährlich sind die AKW in Grenznähe?" (SN vom 16. 4. 19) zeigte die Gefahr der Atomkraftwerke an der österreichischen Grenze. Egal ob an der Grenze oder weltweit, der Atom-Wahnsinn muss gestoppt werden.
Mal abgesehen vom Risiko eines Super-GAUs ist es schlichtweg unverantwortlich tonnenweise Atommüll zu produzieren, ohne zu wissen wohin damit (sofern man dies jemals wissen wird). Man meint annehmen zu können, dass der Homo sapiens klug genug sei, nicht etwas in Gang zu setzen, worüber er keine Kontrolle hat. Aber nicht einmal Tschernobyl und Fukushima konnten es ändern, dass die (anscheinend) weiseste Gattung aller Lebewesen ihre Existenz selbst aufs Spiel setzt. Laut einer Studie von "statista.com" sind weltweit in den nächsten zehn Jahren mehr als 140 Reaktoren in Planung.
Und das alles nur aus wirtschaftlichen Gründen. Sowohl Geber als auch Nehmer profitieren (auf erstem Blick) vom billigen Atomstrom. Jetzt müssen wir uns auch selbst an der Nase nehmen, da die meisten Anbieter hierzulande bei Mangel auf Atomstrom aus dem Ausland zugreifen.
Erst wenn man bemerken wird, dass es wirtschaftlich unrelevant ist, AKWs zu betreiben, wenn kilometerlange Tunnel mit teuren Sicherheitssystemen in die Erde gebuddelt werden müssen, um den Atommüll für mehrere hunderttausend Jahre sicher zu lagern, wird (hoffentlich) ein Umdenken in der Energie-Politik kommen. Nur, was, wenn es dann zu spät ist?
Wenn wir das nächste Mal die Windkraft ablehnen, sollten wir uns bewusst sein, für welchen Preis. Anscheinend "wollen" wir wirklich auf ein "Fukushima 2.0 made in Europe" warten. Und das nur, weil es so bequem ist, nichts zu tun.

Moritz Thomaser, 5570 Mauterndorf

Aufgerufen am 25.10.2020 um 09:58 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/was-muss-noch-passieren-69214198

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