Leserbrief

Was soll denn von der FPÖ übrig bleiben?

Nun, wo die rechtsextremen "Einzelfälle" innerhalb der FPÖ wieder einmal besonders dicht gedrängt einschlagen und ihre Funktionäre die Grenzen des gerade noch Sagbaren weiter ausloten, prasseln von allen Seiten - von den einen mehr, von den anderen weniger ernst gemeinte - Forderungen auf die FPÖ ein, sich nun aber wirklich und glaubwürdig von Identitären, Burschenschaftern, Nazi-Reimern und anderen rechtsradikalen Elementen zu distanzieren. Man könnte beinahe Mitleid mit der FPÖ bekommen, wie sie sich verzweifelt gegen diese Aufforderungen zur Selbstauflösung (und nichts anders würde deren Umsetzung bedeuten) zur Wehr setzen muss. Wie soll sie denn "rote Linien" nicht überschreiten, wenn sie doch schon längst mit beiden Beinen drüben steht? Was soll denn von der FPÖ übrig bleiben, wenn sie sich tatsächlich von rechtsradikalem Gedankengut distanzierte? Das wäre ja, als würde man von den Grünen verlangen, sich von Greenpeace-Sympathisanten und Atomkraftgegnern abzugrenzen!
Ärgerlich dabei ist aber, wie Bundeskanzler Kurz versucht, die politisch interessierte Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen, indem er so tut, als erkenne er erst jetzt, mit was für einer Partei er sich da koalitionär eingelassen hat! Natürlich wird er aber weiterhin die seit Jahren bekannten Lippenbekenntnisse und Worthülsen von Vizekanzler Strache schlucken, braucht er doch einen Koalitionspartner, den er in wirtschafts- und arbeitszeitpolitischen Fragen über den Tisch ziehen kann.


Ao.Univ.Prof. Dr. Eberhard A. Deisenhammer, 6082 Patsch

Aufgerufen am 21.10.2020 um 04:07 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/was-soll-denn-von-der-fpoe-uebrig-bleiben-69322381

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