Leserbrief

Was spricht eigentlich dagegen, Herr Preuner?

650 Parkplätze und 25 Millionen für den Steuerzahler mitten in der Altstadt. Eine Investition, die vielleicht vor 20 Jahren sinnvoll geklungen hätte, aber heute komplett aus der Zeit zu fallen scheint. Mit Gewalt wird versucht noch mehr Individualverkehr in die historische und Altstadt mitsamt historisch schlechtem Verkehrskonzept zu bringen. Dabei zeigen Projekte, wie die MaHü in Wien, dass eine Verkehrsberuhigung allen Beteiligten ausschließlich Vorteile bringt. Ähnliche Problematiken zeigen sich am Wohnungsmarkt. Es ist fast unmöglich sich als junge Familie eine leistbare Wohnung in Salzburg oder Salzburg Umgebung zu leisten, wie sich Gering- oder Alleinverdiener dies leisten sollen, entzieht sich komplett meiner Vorstellungskraft und von Eigentum brauchen wir hier gar nicht erst zu fantasieren beginnen. Lieber werden weiter Luxusimmobilien aus dem Boden gestampft, die zwar in der Festspielzeit gut frequentiert sind, für jeden Normalsterblichen jedoch ein Wunschtraum bleiben.

Was ist die Antwort der Stadtregierung auf diese Probleme? Gar keine.

Sinnvolle Vorhaben, wie von Herrn Aicher, der leistbares Wohnen, 1200, gut angebundene Parkplätze auf einem Areal, dass durch eine Mülldeponie nicht zu gebrauchen ist, auf eigene Kosten realisieren will, werden einfach als Hirngespinst abgetan. Meiner Meinung nach ergäbe sich durch die Revitalisierung des Gebiets am Messegelände weitere spannende Möglichkeiten. Man könnte durch die Wiederinbetriebnahme der Messebahn und den neu entstandenen Parkflächen zu einer Entlastung des gesamten Stadtverkehrs beitragen. Durch diesen Bau würde eine sinnvolle Alternative zum sinnlosen und antiquierten Ausbau der Mönchsberggarage entstehen und man würde der Allgemeinheit 25 Millionen klimaschädliche Investitionen ersparen. Außerdem würde dringend gebrauchter Wohnraum entstehen. 428 leistbare Wohnungen, 50 Prozent davon sozialer Wohnbau, würden zu einer erheblichen Entspannung der prekären Lage am Wohnungsmarkt führen.

All diese Argumente sprechen meiner Meinung nach bereits für eine ordentliche Prüfung dieses Bauvorhabens. Dass ein Stadion für Kultur- und Sportveranstaltungen ebenfalls geplant wäre und zu einer Aufwertung des gesamten Messeareals, als moderne Veranstaltungs- und Eventlocation führen würde ist noch ein weiteres Zuckerl dieses Projektes, aber nicht das Wichtigste.

Herr Bürgermeister Preuner deshalb frage ich Sie:

"Warum wird dieses Projekt von Ihnen und ihrer Partei nicht ordentlich geprüft?"
"Warum müssen die restlichen Parteien einen Antrag stellen, um eine Prüfung dieses Projektes zu erzwingen?"

"Wollen sie Menschen, die nach leistbarem Wohnraum suchen, nicht in der Stadt haben?"

"Sind ihnen die Interessen ihrer Wähler wichtiger, wie die vieler Bürger der Stadt, der Sie vorstehen?"
"Was spricht aus ihrer Sicht dagegen, Herr Preuner?"


Mag. Georg Brandstetter, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 17.01.2022 um 10:26 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/was-spricht-eigentlich-dagegen-herr-preuner-114308362

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