Leserbrief

Was verlangt die Schule den Eltern noch alles ab?

Wir anerkennen, dass sich Schulleitungen und Pädagoginnen und Pädagogen ihrem Können nach bestmöglich bemühen, auch jetzt entsprechende Rahmenbedingungen für unsere Kinder zu schaffen. Ein E-mail aus der Schule meiner Kinder (4. bzw. 5. Klasse Gymnasium) veranlasst mich nun jedoch wieder einmal zu diesem Schreiben. Sinngemäß heißt es darin, wir sollen ggf. die einzelnen Fehlstunden unserer Kinder im Online-Unterricht (während des 2. und jetzt 3. Lockdowns) einsehen und entschuldigen. Ansonsten würden diese als unentschuldigte Fehlstunden - negativ - in die Verhaltensnote einfließen.
U.a. fand ich folgende Eintragungen bei Fehlstunden (Originalzitate):

• "war anwesend meldete sich aber nie"
• "eingeloggt, also auf der Liste anwesend aber nicht greifbar"

Nun meine Fragen: Was sollen wir da machen? Sollen wir unsere Erwerbstätigkeit aufgeben und hinter den Kindern stehen während des Unterrichts? Um sicher zu gehen, dass sie laut genug rufen und sich bemerkbar machen? Soll ich in der Zukunft, wenn die Schule auch wieder ein physischer Ort sein wird, den die Kinder besuchen, mitgehen und auch dort verhindern, dass sich mein Kind "nie meldet"?

Und dürfen wir denn im Gegenzug schlechte Verhaltensnoten verteilen für:

• Lehrpersonen, die seit dem 1. Lockdown im März in jedem Lockdown verschwunden sind -> Bewegung und Sport
• Lehrpersonen, die es bis zum 3. Lockdown nicht in der Lage waren, mit einem PC bzw. MS-Teams umzugehen
• Lehrpersonen, die es nicht schaffen, ihre Online-Stunden am Vortag bis 20:00 Uhr einzutragen und dann reklamieren, dass die Kinder nicht online sind zu Schulbeginn um 7:50 Uhr

Was verlangt das System Schule uns Eltern noch alles ab?


Mag. Birgit Klackl-Salletmaier, 5020 Salzburg

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