Leserbrief

Was wird als "Trittbrettfahrerei" eingestuft?

Gedankensplitter zu: Gemeinschaft/Integration der am Rande der Gesellschaft Befindlichen/Gegenleistung = Arbeitsbereitschaft:
1) Ist die Gegenleistung durch Arbeitsbereitschaft tatsächlich nur von den Bedürftigsten zwingend zu verlangen - und diese sehr inhomogene Gruppe als "arbeitsscheu" abzustempeln? Gehört dann nicht schon längst die Gruppe der Ehepartner/-innen dazu, so sie sich als "Trittbrettfahrer oder -fahrerinnen" lebenslang aus dem Erwerbsleben ausklinken auch dann, wenn keine Pflegearbeit (mehr) zu leisten ist, die keine Steuern und Abgaben zahlen und fast gratis mitversichert sind bei ihren Ehepartner/-innen, welche oft sichere Jobs haben und über dem Durchschnitt entlohnt werden?
2) Wurde nicht mit der Familienrechtsreform 1975 der Mann als das Oberhaupt der Familie abgeschafft? Heute aber noch werden Gesetzesvorlagen vorgestellt, die von bezugsberechtigten Paaren ausgehen! Bezüge - auch die Mindestsicherung/Sozialhilfe - müssten personalisiert werden, nachweisliche familiäre Pflegearbeit und/oder Haushaltsführung müssten nicht nur für den wohlhabenden Menschen in unserem Land als "nicht ehrenrührig obwohl nicht Erwerbsarbeit" eingestuft werden - oder für alle als Trittbrettfahrerei eingestuft sein und besteuert bzw. mit Sozialabgaben belastet werden so wie jede andere selbstständige Arbeit auch.


Marianne Figl, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 16.10.2019 um 12:12 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/was-wird-als-trittbrettfahrerei-eingestuft-67250260

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