Leserbrief

Wenn Migrantinnen und Migranten die Rettung sind

Sehr geehrte Frau Leimüller,
herzlichen Dank für Ihre Kolumne vom 12.11. "Wenn Einwanderer die Rettung sind", in dem ich aus eigener Erfahrung jeden Satz bestätigen kann!
Ich arbeite als Belegsarzt im Evangelischen Krankenhaus Wien, in dem geschätzte 60%-70% der Mitarbeiter (ich schäme mich etwas, den leicht verblödeten Ausdruck zu verwenden) "Migrationshintergrund" haben.
Während der vorige ärztliche Direktor noch im 19.Jahrhundert verhaftet war und überlebensgroße Fotos der bisherigen ärztlichen Direktoren aufhängen ließ, wurde nach seiner Entlassung eine "Aktion der Vielfalt" eingeleitet: zahlreiche MitarbeiterInnen aus der Ärzteschaft, der Pflege, der Verwaltung und der Reinigung geben nun mit schönen Fotos und Kommentaren ihre Meinung zur staatlichen und rassischen Vielfalt in diesem Krankenhaus ab; es gibt Afrikaner, AsiatInnen sowie zahlreiche, meist osteuropäische MitarbeiterInnen, und ich genieße dieses multikulturelle Klima im EKH wirklich, ich habe mich in meiner bisherigen Berufslaufbahn noch nie so wohl gefühlt wie hier! Über Qualität und Qualifikation brauche ich nicht zu diskutieren, sämtliche österreichische und ausländische MitarbeiterInnen sind hochmotiviert und (das folgt daher!) auch hochqualifiziert!
Das Aufrechterhalten dieses Spitalsbetriebs wäre ohne MigrantInnen völlig undenkbar!


Dr. Werner Lack, 1140 Wien

Aufgerufen am 30.11.2020 um 06:08 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wenn-migrantinnen-und-migranten-die-rettung-sind-95579329

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