Leserbrief

Wenn "tote" Sprache zum Leben erwacht

Zu "Lehrer-Trio hält ,tote' Sprache lebendig" (SN vom 2. August): Mit Interesse und Freude habe ich den SN-Artikel gelesen. Ich erinnere mich nämlich noch gut daran, als der Spruch am Sims des Großen Festspielhauses, den P. Michels OSB in so wunderbarem Distichon verfasst hat, seinerzeit zum ersten Mal enthüllt wurde. Damals standen tagelang auf der anderen Straßenseite immer wieder eine Menge älterer Herren mit Respekt vor P. Michels beisammen und versuchten, den Spruch zu übersetzen. Einer davon war mein Vater, der im ehemaligen Staatsgymnasium am Universitätsplatz (heute Akademisches Gymnasium Rainberg) seinerzeit noch acht Jahre lang Lateinunterricht hatte.

Auf Spaziergängen durch die Stadt hat uns Kindern mein Vater auch immer wieder andere lateinische Inschriften übersetzt, so wie es sich das Autorentrio des neuen Buches von seinen künftigen Lesern wünscht. Allerdings bekam ich die Inschrift auf dem Sigmunds- oder Neutor "Te saxa loquuntur" anders vermittelt, nämlich "Die Steine (Felsen) sprechen zu Dir" (Stowasser: loquor = sprechen).


Erika Schlegel, 5400 Hallein

Aufgerufen am 19.10.2021 um 12:13 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wenn-tote-sprache-zum-leben-erwacht-107510923

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