Leserbrief

"Wer Angst hat, soll Daham bleiben."

Dies war die verstörende Ansage eines Zugbegleiters der Autoschleuse Böckstein/Mallnitz am Beginn einer Kurzreise ins Veneto und Trentino. Er tat dort maskenlos und ignorant seinen Dienst. Die Einhaltung von Regeln interessierte ihn nicht. In Italien haben meine Frau und ich dann wahrgenommen, wie die Eindämmung der Covid-19 Pandemie dort stattfindet. Kein Geschäft, Lokal, Hotel, keine Ausstellung, kein öffentliches Verkehrsmittel, von der Bahn bis zum Vaporetto, in dem nicht funktionierende Desinfektion zur Verfügung steht, Fieber gemessen und jeder freundlich auf die Maskenpflicht aufmerksam gemacht wird. Das ist nicht immer alles toll, aber so geht der Weg zurück, wieder die Kontrolle über einen hochinfektiösen Virus zu gewinnen. Die Mechanismen der Verbreitung dieses Virus sind in der Zwischenzeit relativ klar. Die Maßnahmen in Österreich sollten von der Politik weniger angstbesetzt, sondern zielgerichtet und effizient über den zu erwartenden längeren Zeitraum umgesetzt werden. Bei Hü-Hott und Rasenmäher-Maßnahmen leidet die Akzeptanz. Ignoranten, die diese Pandemie für Unsinn halten, gewinnen dann mit absurden Meinungen die Oberhand. Deshalb ist eigenverantwortliches Handeln das Wichtigste, um wieder ein gutes soziales Leben zu erreichen.


Erich Grossar, 5324 Faistenau

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