Leserbrief

Wer denkt an das Pflegepersonal?

Es wird immer gesprochen und geschrieben, dass es so einen Pflegenotstand gibt und kein Personal gefunden wird. Es wird ja nur Negatives berichtet, anstatt das Positive unseres Berufs zu erwähnen.
Ich möchte jetzt von uns Schwestern und Pflegern schreiben, die 20, 30 Jahre oder mehr in dem Beruf sind und mit Leidenschaft den Beruf ausüben. Wir werden nicht gefragt, ob wir das alles schaffen. Es gibt immer wieder neue Auflagen, neue Regelungen. Immer weniger Personal und der Druck wird auch immer größer. Man braucht auch immer höchste Konzentration, weil es ja um Menschenleben geht. Kaum ist ein Kollege krank, wird natürlich eingesprungen, man hilft zusammen. Wird für unsere Gesundheit etwas getan? Nein, im Gegenteil. Das Pensionsalter wird noch höher gesetzt. Vielleicht sollte man das gesamte Gesundheitswesen überdenken. Man braucht keine Matura oder sämtliche Zusatzausbildungen. Wichtig sind Geduld, Intelligenz, viel Liebe zum Beruf und vor allem sollte man mit Freude in der Pflege arbeiten. Ich denke, 40 Jahre Krankenschwester mit Nachtschichten und Zwölf-Stunden-Diensten sind genug.
Ich persönlich habe das Glück, eine gute Arbeitsstelle zu haben.

Edith Fischeneder-Pinter, 5110 Oberndorf

Aufgerufen am 24.11.2020 um 10:57 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wer-denkt-an-das-pflegepersonal-61521214

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