Leserbrief

Wer soll das bezahlen?

Dass die Mitarbeiter/-innen im Sozialbereich schlecht entlohnt werden, ist eine Tatsache. Außerdem ist die körperliche und psychische Belastung für die meisten der Beschäftigten im Gesundheits-, Pflege- und Betreuungsbereich extrem hoch. Aber wer soll die Forderung der Gewerkschaft nach einer 35-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich bezahlen? Eine berechtige Frage. Eine Antwort darauf könnte, wenn man wollte, die Schieflage unseres Steuersystems liefern, denn die Reichen werden immer reicher und die Armen anteilsmäßig immer ärmer - obwohl wir alle zum immer größer werdenden, von uns allen erwirtschafteten "Wohlstandskuchen" beitragen, manche sogar in einem besonders hohen Ausmaß. Die Entlohnung sowie die überdimensionalen Belastungen der Mitarbeiter/-innen im Sozialbereich nicht spürbar zu verändern und gleichzeitig gewollt oder ungewollt die Vermögenden zu schonen, ist außerdem kontraproduktiv und unmenschlich, denn wir alle benötigen früher oder später, mehr oder weniger, die unverzichtbaren Dienste der mehr als 120.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaftsbranche.

Hans Riedler, 4040 Linz

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