Leserbrief

Werbung für Shooting Games

Ich musste zu meinem großen Ärger feststellen, dass im ORF Nachrichtenportal auf der Homepage links oben mit dem größten Bild versehen (also Priorität 1) eine Meldung platziert war, welche einen 17-jährigen Österreicher als Weltmeister eines Shooting-Games mit einem Gewinn in Millionenhöhe preist (sic!). Man kann geteilter Meinung sein, ob Formate wie Seitenblicke etc. zur Aufgabe eines öffentlich rechtlichen Mediums gehörten sollten, aber die Nachrichtenhomepage als Werbeträger eines Shooting Game Herstellers missbrauchen zu lassen, überschreitet eine rote Linie. Diese Nachricht hat keinen politischen, keinen wirtschaftlichen oder kulturellen Informationswert und widerspricht auch einigen der in der Homepage des ORF veröffentlichten Leitlinien und Werten. Die unkritische Art der Darstellung und Preisung des Millionengewinnes wird sicherlich weitere junge Menschen dazu bringen, auch Millionäre werden zu wollen, Shooting Games zu kaufen und in Wettbewerben sich zu üben. Welche gesellschaftlichen Auswirkungen dies hat, kann jeder Soziologe und Psychiater in fünf Minuten klar machen.

Univ.Doz. DI.Dr. Ernst Hofer, 8010 Graz

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