Leserbrief

Wettlauf um die Ressourcen Afrikas

SN v. 24. 10. "Wieder hat der Wettlauf um die Ressourcen begonnen":
Zum demographischen Hintergrund des Wettlaufs Folgendes: Afrikas Bevölkerung wird sich bis 2050 verdoppeln. Allein Nigeria wird im Jahre 2100 mehr Einwohner haben als Europa (794 gegenüber 645 Millionen. Die Daten stammen von der Abteilung Bevölkerung der UN . Die entsprechenden Geburtenraten sind zur Zeit 5.5 bez. 1.5). Wie kann diese Entwicklung angesichts des Klimawandels stabilisiert werden? Dazu zwei Szenarien. Eine optimistische sieht so aus: Die Ressourcen Afrikas ermöglichen ähnlichen Wohlstand wie in Europa, was zu einer ähnlichen demographischen Entwicklung wie in Europa führt. Eine pessimistische: Die Ressourcen Afrikas werden von Oligarchen verscherbelt, welche den Erlös nutzen, um sich mittels Unrechtssystemen wie z.B. in Nordkorea oder Venezuela an der Macht zu erhalten. Das Geld wird verwendet, um eine mit den Machtmittel versehene Minderheit an den Oligarchen zu binden. Eine solche Entwicklung führt zur Destabilisierung, deren Folgen letztlich alle Beteiligte treffen.
Unabdingbar ist, dass in jedem Fall die demographischen und ökologischen Probleme (Klimawandel) der Menschheit auch in Afrika gelöst werden. Die Einsicht, dass dies für ein langes, gutes Fortbestehen unabdingbar ist, muss eine einigende Wirkung entfalten und zur Entwicklung eines entsprechenden Weltbilds führen. Sowohl Russland als auch China haben trotz eher geringem Wohlstand der Bevölkerung kein demographisches Problem. Alle Teilnehmer am Wettlauf müssen und können daher Konzepte liefern, nicht nur zur Ausbeutung sondern auch zur Lösung der genannten Probleme.

Dr. Gernot Gwehenberger, CH-4143 Dornach

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