Leserbrief

Wie der Verkehr enkeltauglich wird

Als Bewohnerin der Stadt Salzburg bin ich in der Stadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (den Bussen und der S-Bahn), mit dem Fahrrad, zu Fuß und selten mit dem Auto unterwegs. Derzeit besitze ich noch ein Auto und habe die Öffi-Jahreskarte für das Land Salzburg. Nun wurde das Verkehrskonzept präsentiert und zu Recht von der grünen Stadträtin Berthold als "Steinzeit-Konzept" bezeichnet.

Der Ausbau der Mönchsberggarage ist im Hinblick auf die Klimakrise obsolet. 44% Individualverkehr in der Stadt sind schlicht ein Umwelt-Wahnsinn. Diesen erlebe ich jedes Mal, wenn ich mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs bin. Ich möchte in einer lebenswerten Stadt wohnen, in der ich als Radfahrerin oder Fußgängerin nicht pausenlos mit derart vielen fahrenden Autos und damit mit deren Abgasen konfrontiert bin. Seitdem ich das Jahresticket habe, fahre ich auch sehr gerne mit dem Bus, obwohl die Linien ausgebaut werden müssen: erstens kürzere Intervalle und zweitens bessere Erschließung vor allem der angrenzenden Landgebiete, damit nicht so viel Pendlerverkehr stattfindet.

Ich wohne im Stadtteil Gnigl und jeden Tag staut sich der Verkehr in der Früh herein und am Abend hinaus. Dabei gibt es doch gute Möglichkeiten, Anreize für den öffentlichen Verkehr zu setzen, CO2-Steuer, Kostengerechtigkeit, durchgehende Busspur etc. Wobei beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs großes Augenmerk ebenfalls auf die Umweltverträglichkeit gelegt werden soll und muss. Nicht jeder Ausbau der Bahn etwa ist umweltfreundlich, z. B. Bahnprojekt Köstendorf oder S-Bahn bis zum Mirabellplatz.

Die Kosten, die für die Planung etc. verwendet werden, könnten ohne Aufwand in den Ausbau der vorhandenen Verkehrsmittel gesteckt werden, damit der Individualverkehr zurückgeht. Und das steht fest, er muss zurückgehen, soll die Stadt Salzburg auch weiterhin lebenswert, umweltbewusst und enkeltauglich sein bzw. werden.

Mag. Eva Maria Grain, 5020 Salzburg

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