Leserbrief

Wie schädlich ist Glyphosat wirklich?

Die Missbräuchliche und unsachgemäße Verwendung von Antibiotika so wie ihr Einsatz in der Tierernährung haben große Probleme besonders in Richtung resistenter Bakterien, bis hin zu den kaum zu bekämpfenden Krankenhauskeimen, verursacht. Kein Mensch will deshalb Antibiotika verbieten.
Glyphosat ist ein äußerst effizientes Unkrautbekämpfungsmittel. Durch seinen Einsatz wird viel Bodenbearbeitung eingespart, was wiederum hilft Wasser und Energie zu sparen, das ist in immer trockeneren Jahren besonders wichtig. Außerdem fördert jede Bodenbearbeitung die Mineralisierung von organischer Substanz und damit ganz beträchtlich den CO2 Ausstoß.
Allerdings wird Glyphosat teilweise missbräuchlich angewendet. Wenn man reifendes Getreide damit bespritzt, fördert es die gleichmäßige Reifung und geriet dabei auch in das Getreidekorn. Genauso kann man das schnelle Absterben von Kartoffelkraut durch Besprühen mit Glyphosat fördern. Auch hier kommt es dadurch in die Kartoffelknollen. Bei sachgemäßer Anwendung kommt Glyphosat daher nie mit Kulturpflanzen direkt in Berührung. Schließlich ist die Anwendung auf Wegen, Bahngleisen, Plätzen und der Gleichen besonders belastend für das Grundwasser. Kleinmengen für den privaten Verbrauch machen fast 40 Prozent des Gesamtabsatzes aus. Da den privaten Anwender/-innen das nötige Fachwissen für den Umgang mit Spritzmitteln fehlt (ein Bauer muss einen Spritzkurs verpflichtend absolvieren) könnte man diese Kleinmengen ersatzlos streichen.
Glyphosat richtig angewendet belastet kaum Grundwasser und Kulturpflanzen und liegt deutlich unter den bedenklichen Grenzwerten.


Dr. Dr. Dipl.-Ing Peter Spielbauer, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 22.08.2019 um 07:19 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wie-schaedlich-ist-glyphosat-wirklich-64290202

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