Leserbrief

Wie weit können wir uns einschränken?

Zum Thema "Beinahe alle schränken den Konsum ein" ("Salzburger Nachrichten" vom 6. Mai):

Wie uns Journalistinnen und Journalisten, NGO's, die Grünen und sonstige kluge Leute immer wieder sagen, leben wir in einer Überflussgesellschaft. Verschiedenste Verbote werden angedacht, um uns auf den richtigen Pfad zu führen. Wir essen zu viel Fleisch, trinken zu viel Alkohol, fahren zu viel auf Urlaub ins Ausland mit Flugzeug und Auto. In Deutschland und wie auch in Österreich haben wir die natürlichen Ressourcen in diesem Jahr schon aufgebraucht. Das wird auch dokumentiert durch zigtausende Tonnen weggeworfener Lebensmittel und ein immer größeres Müllproblem.

Nun erleben wir - verursacht durch den Krieg von Putin gegen die Ukraine - eine Verknappung von Produkten und exorbitante Preissteigerungen von lebensnotwendigen Gütern. Wie reagieren nun die Menschen darauf? Sie reagieren mit Konsumverzicht und am meisten gespart wird beim Essen und Trinken auswärts, bei Bekleidung und Schuhen. Viele versuchen auch die Fixkosten zu reduzieren, wie weniger Auto fahren, weniger Stromverbrauch und Heizen. Erstaunlich ist dabei, dass man das tun kann, ohne die Komfortzone verlassen zu müssen. Es gibt da natürlich eine Grenze nach unten.

Ich meine, dass diese Entwicklung uns allen zum Umdenken veranlassen sollte, um in Zukunft ressourcenschonender unser Leben zu gestalten.
Natürlich müssen extreme Notfälle finanziell vom Staat abgefedert werden, aber das Gießkannenprinzip - alles zu kompensieren - darf nicht angewendet werden. Eigentlich sollten alle Organisationen (zum Beispiel die Grünen), die uns vorher ein schlechtes Gewissen wegen unserer verschwenderischen Lebensweise eingeredet haben, jetzt froh sein darüber. Nein schreien sie heute aber umso lauter - es soll alles wieder so sein wie früher. Was nun liebe Leute, sollen wir uns ändern ?

Eigentlich sollten diese Verantwortlichen wissen, dass eine Änderung unserer Lebensweise immer mit Schmerzen und Kosten verbunden sein wird. Aber diese Wahrheit wollen sie uns aus wahltaktischen Gründen nicht zumuten. Was für ein Fehler.


Dr. Maximilian Dielacher, 2352 Gumpoldskirchen

Aufgerufen am 26.05.2022 um 06:05 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wie-weit-koennen-wir-uns-einschraenken-121128715

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