Leserbrief

Wieder mal alles richtig gemacht?

Wenn man sich die vergangene Berichterstattung über den Grundverkehr im Pinzgau und den Umgang mit dem Rechnungshofbericht anhört, kommt einen unweigerlich ein Déjà-vu. Man fühlt sich an das Sittenbild und an die unerträglichen Possen, welche die Bundesregierung in den letzten Monaten gezeichnet hat, erinnert.

Auf die Aufdeckung von Ungereimtheiten folgt der Angriff auf die unabhängige Staatsanwaltschaft, um Kontrollorgane in Verruf zu bringen. Wir wissen alle wie das geendet hat, in Rücktritten, die unvermeidlich waren. Nun schwappt diese Attitüde auch auf Salzburg über. Wenn man in den vergangenen Jahrzehnten mit offenen Augen durch den Pinzgau gefahren ist, waren die Verwerfungen des Grundverkehrs überall sichtbar. Bauernhöfe die zugunsten von Seilbahnen und Chaletdörfern weichen mussten. Vermögende in- und ausländische Unternehmer, die sich ein Bauerngut nach dem anderen gekauft haben, um daraus Luxusdomizile zu machen. Almen- und Jagden, die als neue Statussymbole der Reichen den Besitzer gewechselt haben. Stiftungen, die zu Großgrundbesitzern wurden. Kaufvertrags-Errichter als Tausendsassa, die neben der Juristerei und Hotellerie jetzt auch noch zu Landwirten mutierten, und so nebenbei die Gelegenheit hatten, umfangreich billige landwirtschaftliche Flächen zu erwerben. Der einstige Land besitzende Bauer wird so zum Verpächter oder Bewirtschafter degradiert und das lässt Erinnerungen an die längst abgeschaffte Leibeigenschaft aufkommen. Das alles können wir nicht wollen, den das schädigt massiv unsere Bauernschaft und gefährdet neben der Lebensmittelversorgung auch die für diese Region so wichtige Kulturlandschaftspflege, die uns jahrhundertelang vor Naturkatastrophen bewahrt hat. Auch die Immobilienpreise für die Einheimische Bevölkerung werden so in Lichte und unerschwingliche Höhen getrieben und unsere Kinder so zur Abwanderung getrieben.

An alle die sich noch immer bemüßigt fühlen, diese nicht mehr zu leugneten Verwerfungen zu rechtfertigen und ins rechtmäßige Eck zu stellen, denkt mal darüber nach. Es wird endlich Zeit, dass wieder eine Ordnung hergestellt wird und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Antonia Wieser, 5730 Mittersill

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