Leserbrief

Windenergie im Lungau

Im sehr informativen Artikel "Salzburg muss mehr Strom liefern" vom 1. Juni ist die am 15. Juni stattfindende Veranstaltung zur Information und Entscheidung über die Windenergienutzung im Lungau angeführt. Erfreulicherweise hat das Energiereferat des Landes alle Lungauer Gemeindevertreter zu deren zusätzlicher Information in den Windpark Munderfing (Oberösterreich) eingeladen. Es ist zu erwarten, dass diese dort sachlich fundierte Informationen für ihre Entscheidung erhalten.

Dazu einige Bemerkungen: Der Lungau für sich allein ist bei der Stromversorgung nicht schlecht aufgestellt, im Winter aber muss u. a. auch Atomstrom importiert werden. Durch teuren Kauf von Zertifikaten darf die Salzburg AG auf ihren Kundenrechnungen diesen zugekauften Atomstrom ganz legal als auf konventionellem Weg (z. B. durch Gas oder Kohle) erzeugten Strom deklarieren. Dies könnte durch Windenergie günstig und nachhaltig ausgeglichen werden. Zur Beachtung: Wind bläst Tag und Nacht und hat sein Jahresmaximum - ideal ergänzend zu anderen Energiequellen - im Winter! Es besteht für Salzburg ein Energie-Masterplan, erstellt 2011 in Folge der atomaren Katastrophe von Fukoshima. In der darin enthaltenen Absichtserklärung für das Jahr 2020 sind ausdrücklich auch Windräder für Salzburg angeführt.

Der Wintertourismus ist für den Lungau ein immens wichtiger Wirtschaftszweig. Allerdings haben manche Touristiker große Bedenken, dass Windräder Gäste abhalten würden. Dass dies nicht so ist, beweisen die zahlreichen Windräder auf griechischen Inseln, auf den Kanaren und anderen Inselgruppen, ohne dass dort der Tourismus eingebrochen wäre. Um eine ähnliche Erkenntnis zu gewinnen, würde schon eine Fahrt vom Lungau Richtung Osten in das 45 km Luftlinie von Tamsweg entfernte Skigebiet Lachtal-Schönberg genügen. Dort besteht seit 2002 der erfolgreiche Tauernwindpark in einem Skigebiet in 1900m Seehöhe. Heuer wurden 13 der 14 Windräder abgebaut, nach Kasachstan verkauft und durch sieben leistungsstärkere Windräder ersetzt. Link: www.wikipedia.org/wiki/tauernwindpark

Allgemein wurden die Folgen des Klimawandels bisher zu wenig beachtet. Dies scheint sich nun zu ändern. Sind doch in der sensiblen Gebirgslage des Lungaus Klimaveränderungen besonders bemerkbar. Nützen wir doch ergänzend zur sauberen Energiegewinnung durch Wasser und Sonne auch den Wind als kostengünstiges Geschenk der Natur. Diese drei Energiequellen belasten durch ihre CO2-Freiheit die Umwelt nicht und verringern dadurch spätere CO2-Strafzahlungen.

Umweltschutz bedeutet auch Gesundheitsschutz! Somit geradezu ideal für die Biosphärenregion Lungau, wählen doch immer mehr Gäste umweltbewusst ihre Urlaubsregion.

Mag. Wolf-Dieter Prosinger, 5571 Mariapfarr

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