Leserbrief

Windkraft im Gebirge

Zu "Zone für Windräder sorgt für Aufregung" von Anton Kaindl (SN vom 19. 1. 2022): Ohne dieses anonyme Oberpinzgauer Windparkwarnschreiben zu kennen, muss man sich fragen, warum ein so rauer Wind im Gebirge weht. Woran mag das liegen?

Vielleicht weil in der Vergangenheit so vieles in Hinterstübchen beschlossen und die Bevölkerung erst nach vollendeten Tatsachen informiert wurde. Vielleicht weil schon vor rd. 1 ½ Jahren bekannt wurde, dass man in einem Tal auf Mess-Ergebnisse wartet. Vielleicht weil Grundeigentümer da und dort schon mit an Bord sind. Vielleicht, weil das Land schon Vorrangzonen festgelegt hat. Vielleicht, weil ein Bürgermeister an einer Windkraftfirma beteiligt ist. Vielleicht, weil im Netz bereits konkrete Daten, Zahlen und Fakten für ein Windparkprojekt nachzulesen sind. Vielleicht auch, weil zu diversen Bauprojekten in der Vergangenheit nicht immer die volle Wahrheit gesagt wurde. Vielleicht, weil die Verfasser mit Bekanntgabe ihres Namens vermutlich Nachteile, u. U. mit Repressalien zu rechnen hätten. Vielleicht . . . vielleicht . . .

Jetzt aber seitens der Obrigkeit so zu tun, als ob das alles Neuland, ein Ding der Unmöglichkeit wäre, ist nicht glaubwürdig. Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen war gestern. Heute muss vielmehr das Pro und Kontra der Windkraft eingehend und sachlich diskutiert werden. Das muss möglich sein; immer und überall. Andernfalls wird der raue Wind nur für weitere Aufregung sorgen, aber keinen Strom produzieren.

Renate Ratzenböck, 5723 Uttendorf

Aufgerufen am 19.05.2022 um 12:47 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/windkraft-im-gebirge-116031367

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