Leserbrief

Windräder im Gebirge

Franz Kok schreibt in seinem Leserbrief (SN, 13. 10. 2021), es sei "Kirchturmpolitik [ . . . ], die technische Infrastruktur für unsere Wohlstandsgesellschaft anderen Ländern umzuhängen". Dabei bezieht er sich auf Helmut Hintner (12. 10. 2021, SN), der sinngemäß darauf hinweist, dass die Aufstellung von Windrädern in flachen wie weiten Landschaften wohl besser geignet sei, als in den räumlich viel engeren Gebirgsgauen. Die scheinbar energetische Verliebtheit Herrn Koks ("Ein majestätisch drehendes Windrad wird von immer mehr Menschen als Bote einer ersehnten Energiewende wahrgenommen"), hat in ihrer Anwendung - einmal ganz abgesehen von den gravierenden Wildschäden wie dem Eingriff in bestehende Natur- wie Landschaftsräume - eine massive Auswirkung auf Räumlichkeit, Akustik, Optik wie das Wesen ganzer Landschaften.

Jeder Einbruch in die Natur darf nie leichtfertig erfolgen und sollte entsprechend eingeschränkt, behutsam wie überlegt angewandt zur Realisierung kommen. Mit technologischer Verklärung hier ein natürlich sinnvolles Projekt zu bewerben, in dem aber das Recht über Mensch vice versa Natur betroffen ist, lenkt von erwähnter Arten-Gefährdung sowie dem tiefen Eingriff in alte Landschaftssysteme ab. Dieser Propagierung mittels plakativer Schwärmerei entspricht letztlich auch die "Brandrede" im Leserbrief Richard Niederreiters (SN, 14. 10. 2021), der bereits von Kriegsführung gegen die Windkraft spricht und wirklich glaubt, nur wenigen Leuten gefielen Windräder nicht. Was den nunmehr geplanten Standort Lehmberg betrifft, so weiß ich durch viele Wanderungen, dass es dort nicht geringe Greifvögel-Populationen gibt. Diese wären durch den Standort massiv gefährdet.

Peter Riedl, 5201 Seekirchen

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