Leserbrief

Wirtschaftstreibende Salzburgs, verbündet euch gegen die Flüchtlingspolitik!

Es ist mir ein dringendes Bedürfnis, wieder einmal die Missstände rund um die Flüchtlingspolitik anzusprechen, vielmehr Verbündete zu suchen. Anlass ist die drohende Abschiebung mehrerer afghanischer Flüchtlinge, die in einem bestehendem Lehrverhältnis hier in Salzburg leben und arbeiten.
Konkret geht es um den Flüchtling Minhaj Safi, der am Donnerstag, den 2. Mai, in Wien beim Verwaltungsgerichtshof, nach fünfstündigem Verhör, mit wenig Aussicht auf Erfolg hinsichtlich eines positiven Bescheides, mit mir und meinen Mitstreitern und Unterstützern nach Hause fahren durfte.
Erschreckend ist nun die Tatsache, dass ein Flüchtling, der einem am Herzen liegt, gut integriert ist, menschenrechtlich, das wurde uns vom Richter bestätigt, kein Gehör findet, es gilt hier ja die Gesetze zu beachten!
Noch erschreckender ist aber die Tatsache, dass der wirtschaftliche Faktor auch keine Rolle spielen soll. Und das verblüfft nun wirklich. Minhaj arbeitet mit fünf anderen Flüchtlingen im Restaurant "Die Weiße". G. Absmann, Pächter des Restaurants, hat seit Jahren Schwierigkeiten, Lehrlinge zu bekommen. Jene fünf Flüchtlinge lernen und arbeiten fleißig und sehr verlässlich. Österreichische Lehrlinge bewerben sich nicht. Im schlimmsten Fall verliert er in nächster Zeit fünf seiner Lehrlinge durch die Abschiebung wie in den Medien bereits berichtet. Man kann sich unschwer vorstellen, was das für einen Betrieb solcher Größe bedeutet.
Herr Absmann und ich sind bereits mit vielen Wirtschaftstreibenden in Salzburg in Kontakt. Die Situation ist allgegenwärtig. Viele Lehrherren in sogenannten Mangelberufen kämpfen um ihre Lehrlinge. Wir sind nicht bereit, das so hinzunehmen. Ich darf darauf hinweisen, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz in einem Interview vor nicht allzu langer Zeit geäußert hat, eine Lösung zu finden, wenigstens für jene Flüchtlinge , die in bereits bestehenden Lehrverhältnissen stehen. Auch von Seiten der Landesregierung wurde uns wenig Hoffnung gemacht, hier etwas zu erreichen.
Liebe Politiker, Sie sind es, die die Gesetze machen und auch ändern können. Dass Sie diesbezüglich gar keinen Einfluss mehr geltend machen wollen, selbst bei Ihnen die Hoffnungslosigkeit um sich greift, wollen und dürfen wir so nicht hinnehmen!
Nun liegt es allein an uns, uns wieder Gehör zu verschaffen und Unterstützung zu fordern. Wenigstens die Salzburger Wirtschaft sollte allen ja doch am Herzen liegen, würde man meinen!

Mag. Helene Widauer, 5023 Salzburg/Gnigl

Aufgerufen am 13.11.2019 um 12:14 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wirtschaftstreibende-salzburgs-verbuendet-euch-gegen-die-fluechtlingspolitik-70312246

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