Leserbrief

Wo findet man noch Kinderärzte?

Ich habe die Nachfolgeproblematik selbst erlebt: Fast 40 Jahre habe ich eine hochfrequentierte Kassenkinderarztpraxis in Wien Meidling geführt und fand drei Jahre keine/-n Nachfolger/-in. Trotz der günstigen Lage in einem dichtbesiedelten Gebiet (Meidling: 85.000 Einwohner, sehr kinderreich) konnte die Einzelpraxis nicht fortgeführt werden. Wie Kollege Kerbl (SN v. 29. 11.) schon ausführte:

Es bräuchte verpflichtende Lehrpraxis mit einem Angebot der Begleitung in die eigene Kassenpraxis, Anstellung in einer Gruppenpraxis oder in einer dislozierten Ambulanz, Gründung von Kinderärztehäusern (z.B. St. Pölten) mit flexiblen Kassenverträgen und Fixanstellung, Leitung durch ein professionelles Praxismanagement und Bereitstellung bzw. Unterstützung der Infrastruktur mit entsprechender PR auf regionaler und österreichweiter Ebene. Übereinstimmung erzielt werden müsste mit den Kassen, den regionalen Verwaltungsstrukturen und Politikern. Aber leider sind die Stimmen verzweifelter Eltern, die herumirrend ein/-e Kinderärzt/-in suchen, nicht laut und Familien als Wählerpotential nicht interessant genug.

Dr. Alfred Stiskal, 7000 Eisenstadt

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