Leserbrief

Wo sind sie geblieben?

Auch ich in Saalfelden mache dieselbe Beobachtung wie Herr Gerhard Ingrisch aus Mattsee im SN Zeitungsartikel vom 30.11. Die einzigen Vögel, die meine Futterstelle besuchen, sind einige Spatzen. Grünfinken, Stieglitze oder Gimpel, die früher besonders bei Wetterumbrüchen das Vogelhaus aufsuchten, sehe ich nicht mehr. Über den seltenen Besuch einer Kohlmeise freue ich mich, doch Blau- oder Haubenmeisen bleiben leider fern. Auch das Fehlen der Amseln fällt mir auf. Im Sommer notierte ich mit Bedauern das Fernbleiben der Schwalben. In meiner Umgebung und bei meinen Spaziergängen hielt ich immer Ausschau danach und ganz selten entdeckte ich welche. Erst im Herbst sammelten sich einige Schwalben zum Abflug in den Süden auf einem Telefonkabel vor meinem Haus. Die Freude war groß, sodass ich diesen Anblick gleich fotografierte.


Diese Dezimierung der Singvögel, sowie das Bienen-, Insekten- und Amphibiensterben führe ich darauf zurück, dass wir diesen Erdenbewohnern den Lebensraum nehmen. Unsere rücksichtslose Art beim Flächenverbrauch, die Zersiedelung, der schonungslose Uferverbau von Bächen und Flüssen, der rigorose Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft, den überbordenden Bau von Forststraßen, und zusätzlich die Erderwärmung, durch den Menschen verursacht, dezimieren offensichtlich die Tierbestände in der Natur. Wenn wir nicht sehr schnell umdenken und anders handeln, wird die folgende Generation manche Tiere nicht mehr vorfinden. Durch den Raubbau an der Natur nehmen wir den Tieren und auch uns Menschen die Lebensgrundlagen.
Die Politiker, vor allem die Regierungen sind gefordert hier endlich durchgreifende Maßnahmen für den Klima- und Umweltschutz zu setzen. Und wir Bürger müssen im eigenen Bereich dazu beitragen!


Gerlinde Bichler, 5760 Saalfelden

Aufgerufen am 16.09.2019 um 12:37 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wo-sind-sie-geblieben-62350474

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