Leserbrief

Wo steht Österreich in Zukunft?

Der ausgezeichnete und informative Leitartikel "Österreichs Platz in der neuen Welt" von Chefredakteur Manfred Perterer (SN v. 5. 3.) beweist einmal mehr, dass die SN nach wie vor zu den wenigen Qualitätszeitungen in Österreich zählen. Was mir jedoch in der Analyse fehlt, ist eine klare und direkte Auseinandersetzung mit Wladimir Putin. "Mit seinem zerstörerischen Überfall auf die Ukraine hat der russische Staatspräsident Wladimir Putin die trügerische Sicherheit, in der wir uns gewiegt haben ("nie wieder ein Krieg in Europa"), brutal vom Tisch gewischt."

"Und wir müssen uns die Frage stellen, ob die immerwährende Neutralität Österreichs unter diesem Aspekt auch weiterhin der beste Schutz für die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher ist." Wenngleich Europa nach wie vor mit der militärischen Hilfe der Vereinigten Staaten rechnen wird können, muss das vorrangige Ziel sein, künftig militärisch und wirtschaftlich weitgehend unabhängig zu werden.
Die vor kurzem mit unglaublich scharfen Worten vorgetragene Kritik Russlands, wonach Österreich nur ein "scheinbar neutraler Staat sei", wurde von Bundeskanzler Nehammer und von Außenminister Schallenberg zu Recht zurückgewiesen. Sie machten darauf aufmerksam, dass Österreich militärisch zwar ein neutraler Staat sei, aber politisch niemals neutral sein kann, wenn die Souveränität eines Staates, wie im gegenständlichen Fall die Ukraine angegriffen wird.
Tatsache ist, dass Putin aufgrund von Fehleinschätzungen mittlerweile mit dem Rücken an der Wand steht und auf internationaler Ebene weitgehend isoliert ist. Er wäre daher gut beraten, sich politisch umgehend zurückzuziehen. Denn selbst die überwiegende Mehrheit der russischen Bevölkerung würde ihn nicht vermissen.


Herbert Stocker, 5020 Salzburg

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