Leserbrief

Wo versteckt sich die Vernunft?

Der am 10. November 2018 in den "Salzburger Nachrichten" veröffentlichte Leitartikel "Die Gemeinsamkeiten sind aufgebraucht" behandelt Anfänge und Gegenwart der österreichischen Politikgeschichte.
Endlich wird auch in namhaften Printmedien ein derart bedeutsames und dennoch unbeachtetes Thema mit einem Hauch Vernunft angepackt! In jenen ersten Stunden österreichischer Politikhistorie wurden Werte wie Kulanz oder Drang danach, Lösungen für Probleme mit allen Mitteln und Wegen zu finden, von den einzelnen Fraktionen noch hochgehalten und offen gelebt. Ein Verhalten, das heutzutage keinesfalls mehr im Hohen Haus vorzufinden ist, ganz im Gegenteil, Verdrossenheit und vor allem Verschlossenheit halten zunehmend Einzug in den Plenarsaal. Schockierend wäre dieser Anblick für unsere Staatsmänner der Vergangenheit, wie etwa einen Bruno Kreisky oder Karl Renner. Opposition und Regierung verbindet schon längst nicht mehr diese Hassliebe von einst, welche doch so wichtig für progressive Lösungen und neue Beschlüsse wäre. Stattdessen verschmilzt die Opposition zu einer Art eigenständiger Partei, welche sich wie ein kleines Kind benimmt und den Dialog mit ihrer großen Schwester verweigert. Doch auch unsere hochverehrte Regierung ist hierbei zu erwähnen, die sich auch schon, im wahrsten Sinne des Wortes, das eine oder andere blaue Auge zugezogen hat, siehe Rauchergesetz oder utopische Einsparungsträume. Dabei wäre doch, wie im Bezugsartikel beschrieben, mit dem neuerlichen Interesse der Jugend an Politik, das ich als fünfzehnjähriger Schüler auch selbst miterlebe, die rechte, nein, richtige Basis für ein erneutes Aufblühen der Demokratie und des Austauschs gegeben. Ich appelliere daher an dieser Stelle insbesondere an die Fraktionen, die dieses so geschätzte Land Österreich prägen und führen, sich neu zu ordnen und sich auf die wahren Werte der Demokratie zurückzubesinnen, denn zu diesen zählen ewiges Jammern und einander Anpatzen sicherlich nicht!

Adrian Huber, 5020 Salzburg

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