Leserbrief

Wohnbau ja - Arbeitsplätze und Kommunaleinnahmen nein?

Als ein in Adnet, Dorf Nr. 73, geborener Bewohner melde ich mich zu den Diskussionen um die Firma Schlotterer bzw. deren Erweiterung um das Werk III auf den "Adnetfeldern" zu Wort.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war unsere Gemeinde noch überschaubar. Auf den Feldern herunten, auf dem Wimberg und Spumberg bis hinauf auf 1000 Meter wurden bis in die 1960er Jahre Getreide und Erdäpfel geerntet, heute gibt es nur mehr Grünlandwirtschaft.

Es herrschte eine große Wohnungsnot für Arbeiterfamilien und diese dachten an den Bau von Wohnhäusern, bekamen aber keine Gründe zu kaufen. Nur die Gemeinde und die Bundesforste gaben ab den 1950er Jahren "minderwertige" Gründe in der Seidenau und in Waidach den Auwald entlang des Spumbachs zur Bebauung frei.

Als ich 1957 der Feuerwehr beigetreten bin und 1973 zum Ortsfeuerwehrkommandanten gewählt wurde, kannte ich noch jedes Haus und alle Bewohner beim Namen. Das hat sich aber in den vergangenen 30 Jahren drastisch verändert. Plötzlich wurden Gründe zum Verkauf angeboten. Die Gebäude der Firmen Schiffer und Scheicher wurden als erste auf den "Adneterfeldern" gebaut. Viele Gewerbebetriebe, darunter die Firma Schlotterer folgten im nunmehrigen Gewerbegebiet Seefeldmühle. Diese nahen Arbeitsplätze wurde gerne angenommen, insbesondere in den Zeiten, als solche in Hallein bei der Tischlerei Albrecht, in der Zellulosefabrik, den Firmen Halvic, Solvay, in der Brauerei Kaltenhausen usw. verloren gingen.

Die Gemeinde Adnet hat sich nicht, wie andere Beispiele im Land zeigen, eine Wachstumsbremse auferlegt. Sie widmete viele zum Verkauf bereitstehende Grünflächen auf den "Adnetfeldern" entlang der Landesstraße, am Dorfrand, dem "Postwirtsfeld" und andere in Bauland um. Der Zuzug und die enorm steigende Einwohnerzahl erforderten von der Gemeinde große Anstrengungen, die entsprechende Infrastruktur zu erweitern, angefangen vom Kindergarten bis zum Friedhof.

All das wurde widerstandlos hingenommen, obwohl auch die vielen Wohnbauten für die eingesessenen Bewohner Nachteile, wie z. B die Verbauung der bisherigen freien Aussicht oder das vermehrte Verkehrsaufkommen, brachte.

Aktuell steht jetzt der Bau vom Schlottererwerk III zur Diskussion und eine angestrebte Volksabstimmung soll diesen verhindern. Es kommen viele Argumente auf den Tisch und werden für die Einzelnen ihre Berechtigung haben.
Die Gemeindevertretung macht es sich sicher nicht leicht und wird alle Vor- und Nachteile beurteilen. Meines Erachtens überwiegen die Vorteile und es sollte ein klares Ja für die Erweiterung der Firma Schlotterer, verbunden mit neuen Arbeitsplätzen und Kommunaleinnahmen, geben und die Umwidmung als Gewerbegebiet auf den "Adnetfeldern" beschlossen werden.


Adolf Schinnerl, 5421 Adnet

Aufgerufen am 29.11.2022 um 05:38 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wohnbau-ja-arbeitsplaetze-und-kommunaleinnahmen-nein-127122928

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