Leserbrief

Wohnungsnot ist hausgemacht

Zum Leserbrief "Promis gegen Raumordnung" von Mag. Martin Behrens in den SN v. 18.8.:
Grundsätzlich gebe ich Herrn Behrens und der Künstlerinitiative recht, dass nachhaltige längerfristige Ansätze zur Reduzierung des Grünlandverbrauches erforderlich sind.
Neben dem Wohnbau gibt es aber sicher auch weitere Ansätze, beispielsweise kenne ich in meiner näheren Umgebung diverse Industriebetriebe oder Einkaufszentren, die ausgedehnte Parkplatzflächen anlegen, da der Baugrund dafür so billig ist. Hier Parkhäuser zu errichten, würde den Grünlandverbrauch auch reduzieren. Die Wohnungsnot als "Importproblem" zu bezeichnen und mit einer "Massenmigration aus gewissen überbevölkerten Weltregionen" zu verknüpfen kann ich aber so nicht im Raum stehen lassen.
Einerseits ist bekannt, dass die österreichische Bevölkerung gerade in den westlichen Bundesländern wächst (von Salzburg war am 18.8. eine entsprechende Meldung auf Ö3 zu hören), andererseits sind die Asylvorschriften in Österreich sehr rigoros. Ganz klar müssen einer Wirtschaftsmigration Grenzen gesetzt werden, aber humanitär bedingten Notsituationen sollten wir offen gegenüberstehen.
Ich verstehe hier auch nicht, warum sich Österreich so gegen eine Verteilung der Flüchtlinge aus den südeuropäischen Auffanglagern sträubt. Die Einstellung war hier auch schon mal anders. Während der Jugoslawienkrise hatten wir Flüchtlinge mit offenen Armen aufgenommen, auch meine Familie hat damals eine bosnische Familie beherbergt.
Zurückkehrend zum Ausgangspunkt bin ich der Meinung, dass die Wohnungsnot durchaus hausgemacht ist, man kann nicht immer alles auf die Ausländer schieben.

Dipl. Ing. Christian Kubesch, 5142 Eggelsberg

Aufgerufen am 28.11.2020 um 02:48 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wohnungsnot-ist-hausgemacht-92254714

Schlagzeilen