Leserbrief

Wolf im Alpenraum - wozu?

Wo bleibt hier der Tierschutz? So fragt man sich angesichts der in immer größerer Zahl vorkommenden Wolfsattacken. Getötete Schafe und sogar Rinder, vor allem aber eine Vielzahl von Tieren, die an den Folgen eines Wolfsangriffs nach Stunden oder erst Tagen (!) qualvoll zugrunde gehen - egal ob vom Wolf verletzt oder in panikartiger Flucht im Steilgelände abgestürzt -, werden von unseren Wolf-Befürwortern völlig ignoriert oder als vermeidbare Schadensfälle abgetan.
Also wolfsichere Zäune? Schafalmen haben stets ein Ausmaß von mehreren Hundert, sogar tausend und mehr Hektar. Eine entsprechende Umzäunung ist weder technisch noch wirtschaftlich machbar. Dazu kommt: Bei durchaus möglichem Schneefall im Sommer wird auch der Elektrozaun mit den abrutschenden Schneemassen mitgerissen. Und der Einsatz von speziellen Hirtenhunden kostet ebenfalls sehr viel Geld und ist entsprechend Erfahrungen in Frankreich und in der Schweiz für einen sicheren Schutz der Herden leider nicht ausreichend.
Ein weiterer Aspekt zum Thema Wolf: Die "Wegefreiheit im Bergland" ist bei einer Einbürgerung des Wolfs als nicht mehr gegeben zu sehen. Ängstliche Menschen, insbesondere aber Hundebesitzer, werden das Bergwandern mit ihrem vierbeinigen Freund eher meiden. Die Überwindung eines "Wolfszauns" wird vielen die Freude an ihren Bergtouren vergällen und die Hüttenwirte, die ohnehin um ihre Existenz schwer zu kämpfen haben, werden sich über diese Hindernisse ebenso wenig freuen.
Bauern, Jäger, Touristiker und Tierfreunde: Macht euch stark für einen wolffreien Alpenraum!

Franz Sendlhofer, 5630 Bad Hofgastein

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