Leserbrief

Wolfsrisse - rasche und unbürokratische Hilfe ist notwendig

Die jüngst bekannt gewordenen Wolfsrisse in Embach (Pinzgau) und Matrei in Osttirol geben Anlass zu Besorgnis. Allzu verständlich auch die Verärgerung des betroffenen Landwirts in Embach, welcher sich mit der Haltung selten gewordener Schaf-Rassen beschäftigt. Bleibt zu hoffen, dass abgesehen vom ideellen Verlust, welcher ohnehin nicht gutzumachen ist, seitens der öffentlichen Hand wenigstens der materielle Schaden möglichst unbürokratisch und rasch abgegolten wird.

Allerdings geht die Äußerung des Matreier Bürgermeisters - Zitat: "Bei uns hat der Wolf keinen Platz, es braucht die Möglichkeit, Problemtiere zu entnehmen" - völlig ins Leere, da es diese Möglichkeit auch von Gesetzes wegen ja bereits gibt. Dessen Vollzug gestaltet sich jedoch alles eher als einfach, zumal es diese scheuen Tiere blendend verstehen, sich nicht als lebende Zielscheibe zu präsentieren.

In Niedersachsen beispielsweise musste man mangels Sichtung die Frist für die Entnahme eines sogenannten "Problem-Wolfs" bereits zum zweiten Mal verlängern.
Auf lange Sicht werden wir uns insbesondere auch in Mitteleuropa darauf einstellen müssen, dass für Nutztierhalter, welche ihre Tiere im Freien halten, eine gewisse Bedrohung durch den Wolf geben wird. Dieser Gefahr wird man so gut wie möglich mittels ausgebildeten Hirten und Hunden oder entsprechender Einzäunung begegnen müssen. Mit dem dadurch entstehenden zusätzlichen Aufwand wird man die Nutztierhalter nicht alleine lassen können, sondern in den öffentlichen Haushalten (EU und national) dafür vorsorgen müssen.

Im Übrigen scheint doch ein gewisser Vergleich mit der Klimaveränderung angebracht. Wir müssen uns mit den offensichtlich unaufhaltsamen Veränderungen arrangieren. Der Wolf wird nicht wie immer wieder fälschlich behauptet, aktiv wiederangesiedelt, sondern erobert sich nach und nach seinen ursprünglichen Lebensraum wieder. Dies wird so passieren, ob wie dies wollen oder nicht.

Ernst Maier, 6395 Hochfilzen

Aufgerufen am 26.01.2022 um 05:28 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wolfsrisse-rasche-und-unbuerokratische-hilfe-ist-notwendig-78195232

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