Leserbrief

Worauf es wirklich ankommt

Dem Standpunkt in den SN vom 2. 2. "Herbstferien. Und jetzt wieder zu Wichtigerem" kann nur voll beigepflichtet werden. Was hat man nicht schon alles unternommen(?), um die Schulzeit zu verlängern. Etwa die Verlagerung der Nachprüfungen in die Ferien, um "kostbare" Unterrichtszeit zu gewinnen. Jetzt hat man sich dagegen zu Herbstferien "durchgerungen". Da verzichtet man lieber auf die Dienstage nach Ostern/Pfingsten und die schulautonomen Tage. Egal, wie man es dreht und wendet: Hier wird dem Fremdenverkehr gehuldigt und pädagogische Grundsätze werden mit Füßen getreten. Die "Probleme", die manche Eltern in den anderen Ferien haben, weil sie keine gleichzeitigen Ferien haben, sollen für die Herbstferien plötzlich nicht mehr gelten.
Zugegeben, der Fremdenverkehr ist für Österreich ein wichtiger Wirtschaftszweig und auch Devisenbringer. Trotzdem sollte man auf seinem "Altar" nicht pädagogische Prinzipien opfern, nur um in der rückläufigen Saison Auslastungen zu kreieren.
Leider wird seit Jahrzehnten - und hier sind alle politischen Parteien schuld! - im Bereich der Schule herumgedoktert. Aber zur Behebung des Alarmsignals, dass viel zu viele Schüler die Schulpflicht verlassen, die nicht ausreichend schreiben, lesen und rechnen können - und das ist auch, aber nicht nur den fremdsprachigen Schülern zuzuordnen - zeigt sich keine politische Partei wirklich bereit.


Günter Braun, 1020 Wien

Aufgerufen am 31.10.2020 um 10:46 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/worauf-es-wirklich-ankommt-65202637

Schlagzeilen