Leserbrief

Zu den Mozartwochen

Wozu nur diese Aufregung? Der vorherige Intendant der Mozartwochen kam mit Pferden, begleitet von aus vielleicht huldvollen Weihespielen entrittenen, todesumwehten Schicksalsgöttinnen. Eine seinerzeit seltsamen Inszenierung des Requiems von Mozart. Der jetzige Intendant lässt Mexiko grüßen. Die Mozartwochen 2019 erfreuten vor allem durch weltbekannte Musiker und begeisterten ein dankbares, schon in die Jahre gekommenes Publikum. Erfreulicherweise, so verspricht die Programmvorschau 2020, sind zusätzlich zu den hochrangigen Interpreten vielleicht noch nicht gleichwertig bekannte junge Dirigenten eingeladen. Eine wesentliche Erneuerung ist ein Konzert für Lehrlinge unter dem Dirigat einer Frau sowie das Konzert des Mozart Kinderorchesters unter der Leitung eines jungen Dirigenten. 2020 beginnt somit eine gesunde Durchmischung der Generationen des, so ist zu hoffen, auch des schon älteren Publikums. Eine wachsende Lebendigkeit durch eine zu begeisternde Jugend kann somit wirksam werden. Mozart selber, so berichten viele Biographen, war ein lebensfroher, lebensbejahender Mensch, mit dem Geschenk einer unbändigen Musikalität ausgestattet. Wieso kann dann nicht zu seinem Geburtstag ein Dankesständchen vor seinem Geburtshaus, gesungen vom Intendanten höchst persönlich stattfinden. Vielleicht gab es ein augenzwinkerndes Dankeschön aus den himmlischen Gefilden. Zu wünschen ist, wenn in Zukunft Frau Uschida mit ihrer geistigen gestalterischen Fröhlichkeit zeitweise melancholisch durchwebt, auch ein jüngeres Publikum erfreuen darf.


Dr. Lisa Bock, 5020 Salzburg

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