Leserbrief

Zukunftskonzepte sind notwendig

Die neue SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner kommt gut an. Es macht sie sympathisch, dass sie "rackern und rennen" will, hat sie doch den kühnen Wunsch, Bundeskanzlerin zu werden. Auch dass sie kein Funktionärsdeutsch spricht, spricht auch für sie. Parteitage dienen vor allem der Selbstbejubelung, sind eher Wohlfühlveranstaltungen und wirken daher ziemlich schwarz-weiß - "wir die Guten, dort die Bösen" - obwohl doch jeder weiß, dass es nicht so ist, dass die Kritik an den anderen Parteien nur deshalb so negativ ausfällt, weil man die Rolle als Koalitionspartner nicht erhalten hat. Selbstreflexion hat da kaum Platz, und Zukunftsweisendes kommt auch zu wenig aufs Tapet.
Es stimmt wohl auch, dass die Parteien weitgehend sozialdemokratisiert und inhaltlich sehr ähnlich, fast austauschbar geworden sind. Wichtig wäre, das Gute, Positive beim jeweils anderen wechselseitig zu sehen und anzuerkennen. Statt Ignoranz und Arroganz bräuchte es mehr offenen Diskurs mit viel mehr Toleranz - abseits von Schlagworten und Moralkeulen. Gerhard Schröder hatte auch lange zuvor einmal den Wunsch geäußert, deutscher Bundeskanzler zu werden und wurde es dann auch (von 1998 bis 2005). Er hat große Reformen umgesetzt, von denen nicht so sehr seine Partei, sondern das Land profitierte.


Karl Brunner, 9020 Klagenfurt

Aufgerufen am 28.11.2020 um 09:33 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/zukunftskonzepte-sind-notwendig-61535119

Schlagzeilen