Leserbrief

Zukunftsprojekt erfordert Opfer

Sehr geehrter Herr Braun,

Sie sprechen mir aus dem Herzen (Leserbrief vom 17. 4.). In allen Städten mit heute gut funktionierendem ÖPNV-System, die ich kenne, gab es Zeiten, in denen man so etwas langfristig planen und dann auch bauen musste. Ich komme gerade aus Hannover zurück, wo man das auch peu à peu gebaut hat.
Es klappte immer dann, wenn das zügig beschlossen wurde und man nicht auf jeden noch so winzigen Einspruch Rücksicht nahm. Denn meistens entstammen solche Einsprüche immer egoistischem Denken. Ich erlebe es hier dauernd. Niemand ist mehr bereit, für langfristige Projekte kurzfristig persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen. Wir leben zunehmend in einer selbstbezogenen Gesellschaft.
Die Salzburger hier wollen alle so weiterleben wie immer, und in zehn Jahren soll dann ein ÖPNV-System wie Manna vom Himmel fallen. Nichts soll sich ändern - und dann, wie ein Wunder, soll es gut funktionierende Obusse geben und mit dem noch größeren SUV fährt man ohne Stau von A nach B zum Bäcker. Das geht halt nicht. Und mit der Vogel-Strauß-Mentalität löst man es auch nicht.
Seien Sie über das gute Wiener Verkehrsnetz froh. Ich genieße es immer, wenn ich in Wien bin. Die Salzburger werden so etwas nie haben, wenn sich ihre Mentalität nicht ändert.

Kurt Fuchs, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 20.07.2019 um 02:58 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/zukunftsprojekt-erfordert-opfer-68976412

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