Leserbrief

Zum Rücktritt vom Rücktritt

Im Lokalteil der "Salzburger Nachrichten" vom 9. 6. 2020 wird ausführlich die jüngste Personalentscheidung des neuen Landes-SPÖ-Vorsitzenden David Egger kommentiert, Gerald Forcher zum neuen Landesgeschäftsführer der SPÖ zu bestellen. Jenen politischen Hoffnungsträger, der vor ziemlich genau drei Monaten in einer inhaltlichen Auseinandersetzung einem Mitarbeiter nicht nur Argumente, sondern auch sein Laptop an den Kopf geschubst hat und deswegen umfassende sofortige Konsequenzen gezogen hat und seinen Rücktritt verkündet hat. Sieh da, er zieht seinen Rückzug zurück und wurde auf Grund seiner Erfahrung und beruflichen Qualifikation zum neuen roten Landesparteigeschäftsführer bestellt. Auch in seinen politischen Karrierezielen sei er bei Bedarf wieder verfügbar, ein tolles Geschenk an die politischen Mitbewerber.

Wer schon im eigenen Umfeld seine Argumente nur mit körperlichem Einsatz zur Überzeugung einsetzt, der ist für politische Mitbewerber eine leichte Beute. Nur wer schwach und unsicher in seiner Argumentation ist, neigt zu körperlichem Nachdruck. Und warum sollte man bei künftigen Entscheidungen jemanden ernst nehmen, der innerhalb kurzer Zeit seine Meinung ohne triftige sachliche Begründung komplett ändert? Welcher Vorgesetzter hat in so einem Fall überhaupt noch Respekt und Autorität von seinem Team zu erwarten? In drei Monaten kann ja alles ganz anders sein - siehe Beispiel Forcher -, und da werden andere Rückzugsmeldungen - Stichwort Ibiza - wach.

Und dann wundern sich Politiker über negatives Image und Vertrauensverlust! Solche Aktionen und besonders Reaktionen sind dafür mit verantwortlich!


Fritz Weyrich, 5302 Henndorf

Aufgerufen am 30.10.2020 um 03:08 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/zum-ruecktritt-vom-ruecktritt-88805932

Kommentare

Schlagzeilen