Leserbrief

Zum SPÖ Vorschlag: Leistbares Wohnen

Wohnen ist "Grundrecht - nicht Spekulationsrecht"!
Das Thema Wohnen kommt jetzt wieder verstärkt in die politische Diskussion. So auch der Vorschlag der SPÖ, durch Wegfall der MwSt. die Wohnkosten zu senken. Ich halte davon wenig, da dies ein kurzfristiger Effekt wäre, aber letztlich kein nachhaltiger, da es dem Markt durch das geringe Angebot an Mietwohnungen ermöglicht, weiter hohe Preise zu erzielen.


Es bedarf nachhaltiger Maßnahmen, die Auswirkungen auf die Marktmechanismen, Angebot und Nachfrage haben. Generell ist es so, dass Grund zum Spekulationsobjekt geworden ist. Dem müsste gesetzlich ein Riegel vorgeschoben werden durch:


- Baulandsicherung für den Bau von Mietwohnungen, dazu braucht es zum Teil bezirks-/länderübergreifende Konzepte mit Erschließung neuen Baulandes beziehungsweise Nutzung alter Bausubstanzen
- maßgeblich dafür ist die Erschließung solcher Gemeinden mit dem Öffentlichen Verkehr, vorrangig Bahnnetz z. B. Salzburg - Braunau
- Verlagerung der Baubehörde von Gemeinde auf Bezirksebene wie in Bayern sowie gemeindeübergreifende Wohnungsvergabe
- günstiger Erwerb von landwirtschaftlichen Flächen mit späterer Umwidmung für "sozialen Wohnbau durch die Gemeinden oder beauftragte gemeinnützige Gesellschaften"
- Besteuerung von privaten Grundverkäufen einschließlich MwSt. mit Zweckwidmung Wohnbauförderung
- Nutzung von Pachtflächen für Wohnbau zur Sicherung ständiger Einkommen für landwirtschaftliche Betriebe (steuerfrei wie bisher)
- Nutzung bestehender gewerblicher Bauten für Wohnraum-Aufbauten, vor allem für Startwohnungen mit ausreichender Infrastruktur


Durch diese regulierenden Maßnahmen kann sich der Wohnungsmarkt wesentlich entspannen und die Spekulation hintan gehalten werden.
Derzeit bringen Wohnungen als Immobilienanlagen eine hohe Wertsicherung, gleichzeitig das lebensnotwendige Gut "Wohnraum" sehr teuer macht. Mietpreise von € 14 Euro pro Quadratmeter und Preise um 4.000 Euro pro Quadratmeter für neue Eigentumswohnungen sind für junge Familien bei einem durchschnittlichen Einkommen unerschwinglich. Dennoch werden sie unter "leistbares Wohnen" angepriesen.
Die politischen Parteien sind heute gefordert, neue Grundlagen für eine nachhaltige Wohnungspolitik zu schaffen. Die bisherigen plakativen Vorschläge waren und sind dazu (noch) nicht geeignet.


Anton Wintersteller, 5201 Seekirchen

Aufgerufen am 28.11.2020 um 03:42 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/zum-spoe-vorschlag-leistbares-wohnen-65047510

Schlagzeilen