Leserbrief

Zum ZIb2 Interview des Bundeskanzlers vom 30. 4. 19

Der Begriff des "Austausches" insinuiert, dass hier etwas mit Absicht geschehe - mit einer Intention. Das Besondere an der Idee des "Bevölkerungsaustausches" ist das Kriterium eines unterstellten "geplanten strategischen Vorgehens". Näher oder nicht näher genannte Kräfte beabsichtigten "die Schwächung bestehender europäischer Kulturen, Gesellschaften - 'Bevölkerung'". Die unterstellte Strategie wäre dann eben, dass diese bestehenden Strukturen beabsichtigt mit Migrant/-innen "beschickt" und damit unterwandert würden, bis diese tendenziell "ausgetauscht" wären. Und das sind die Argumente der ganz Rechten, auch eines Herrn Orbán, deswegen freut sich Sellner auch so, dass Strache diesen Begriff verwendet hat. Dass einem übergeordneten Plan, welcher einer politischen und personellen/ gesellschaftlichen Quelle entspringen würde, beabsichtigt die Bevölkerung europäischen Territoriums gegen Bevölkerungen anderer Länder (Kulturen, Religionen usw.) ausgetauscht würden.
Und darauf ging unser Herr Bundeskanzler gar nicht ein.
Denn damit müsste er sich mit den Verschwörungstheorien der Rechten und seines Regierungspartners beschäftigen. In dieser Argumentationslinie legitimieren Rechte Gruppen ihre Strategien, aus der Idee, "man müsse sich wehren gegen solche Pläne". Sie legitimieren damit Gewaltbereitschaft und Gewaltanwendung. Das ist die Begründungslinie der Rechten, der Identitären, in letzter und erschreckender Konsequenz auch jene eines Attentäters von Christchurch.
Und das müsste Herr Kurz und türkise und wie auch immer gefärbte Verantwortungsträger/-innen sehen und erkennen (wollen)!

Barbara Nigitz-Arch, 5164 Seeham

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