Leserbrief

Zur Öffnung der Grenzen

Jetzt sei es der Hausverstand, jener etwas zu klein geratene Bruder der Vernunft, der die Grenzziehung vornehme, sprach der Herr Außenminister. Gewissermaßen als internaler Imperativ, nachdem es unvermeidlich geworden war, die äußeren, sichtbaren Balken hochzuziehen. Kärnten als der Süden Europas, Südkärnten als der Limes einer kleingeistig gewordenen Welt. Man brauche auf eine nochmalige Heimholung nicht zu hoffen, drohte der Herr Außenminister. Wer sich in die Fremde begibt, in Richtung Prag, Budapest oder gar Rom, muss damit rechnen, unter fremden Sternen zu darben und schließlich zu sterben. Und die Einreisebestimmungen der Nachbarländer, sprach der Herr Außenminister, seien gewiss seine Sache nicht, darum müssten sich die Renegaten schon selbst kümmern. Dann trat er ab, ähnlich selbstgefällig wie der Meister, der Herr Außenminister, der in Wirklichkeit ein Innenminister.

Herbert Gottsmann, 5020 Salzburg

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