Leserbrief

Zur Rettung des Sommertourismus

Österreich ist gerade dabei, sich in die lange Liste jener Länder einzutragen, die in der Krise nur an sich denken und nicht an die EU.
Bisher war immer nur von Deutschland und Tschechien (potenzielle Sommergäste) die Rede, wenn es um bilaterale Grenzöffnungen ging. Diese Vorgehensweise ist durchschaubar und kurzsichtig.
Deutschland hat sich nun bis mindestens 14. 6. aus den Rennen genommen, tschechische Staatsbürger bevorzugen es, ihren Urlaub aufgrund der verwandten Sprache und Kultur in Slowenien und Kroatien zu verbringen. Es war nie die Rede, bilaterale Grenzöffnungen mit Slowenien und Kroatien zu vereinbaren. Wir sollten weiterdenken und uns nicht auf das Argument beschränken, dass unsere Bewohner dann in diese Länder reisen würden und nicht in Österreich bleiben. Diese beiden Länder haben bessere Fallzahlen als Deutschland und Tschechien, da sie die Coronamaßnahmen im Gleichklang mit Österreich durchgeführt haben, teilweise sogar früher und strenger. Deutschland hat die Maßnahmen immer erst eine Woche nach uns durchgeführt (z. B. Ausgangssperren und aktuell Masken).
Wenn wir mit Slowenien und Kroatien eine Grenzöffnung vereinbaren können, besteht die Hoffnung, dass unsere deutschen Nachbarn sehen, dass Urlaub möglich ist, und dann auch nach Österreich kommen. Derzeit ist die Stimmung bei unseren deutschen Nachbarn eher so, dass kein Urlaub gemacht wird oder höchstens im eigenen Land.
Eine rasche Vereinbarung mit Kroatien und Slowenien könnte die Stimmung in Deutschland zur Grenzöffnung noch vor dem 14. 6. umkehren. Warten und Zögern senkt die Überlebenschancen unserer Tourismusbetriebe, die Sommersaison wäre endgültig verloren, wir müssten auf den Winter warten. Österreich könnte wie beim Einführen der Maßnahmen zur Reduktion der Coronainfektionen nun auch als Vorbild agieren und die ersten Schritte machen. Das würde helfen, unser Image weiter zu verbessern.


Kurt Breuninger, 5163 Mattsee

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