Leserbrief

Zurück an den Start

Ja, die Betreiber der 380 kV Freileitung durch Salzburg und die schweigenden Politiker haben richtig gelesen. Dieses Projekt gehört zurück an den Start. Warum, werden die Betreiber und die schweigenden Mitläufer entsetzt fragen. Es wurde doch alles sehr lange und von viele Experten und Sachverständigen geprüft. Doch die beherzten und besorgten Anrainer und Bürger lassen nicht locker. Und siehe da, auf einmal wird ein befangener Richter und sogar ein befangener Oberstrichter entlarvt. Was müssen wir uns da alle für Fragen stellen. Was ist sonst noch alles passiert in diesem Vorhaben und am Recht vorbei entschieden worden, das niemandem aufgefallen ist. Wir haben doch alle an den Rechtstaat und seine Objektivität geglaubt. Der Glaube an den Rechtsstaat und seine unabhängige Gerichtsbarkeit ist allerdings in den letzten Wochen in seinen Grundfesten erschüttert worden. Dabei geht es um ein Jahrhundertprojekt, welches bei seiner Realisierung die Anrainer einem sehr großen Krebsrisiko über die kommenden Jahrzehnte und somit über mehrere Generationen aussetzen wird. Die Betreiben behaupten, dass das mit dem Krebsrisiko nicht bewiesen ist. Alle, welche so leichtfertig mit dieser Angst umgehen, sollten einmal einen Tag in den Kinderkrebsabteilungen der Krankenhäuser verbringen und in die traurigen Augen der jungen Patienten schauen. Dann stellt sich nämlich die Frage, bewiesen oder nicht bewiesen, nicht mehr, denn dann schauen wir der Wirklichkeit ins Auge. Diese Kinder tragen die wahre Last von all dem Wahnsinn und zahlen einen sehr hohen Preis für eine paar Prozent mehr Dividende auf den Konten der Aktionäre. Haben wir nicht schon genug zerstört, auf diesem Planeten? Haben wir den nachfolgenden Generationen nicht schon genug von ihren Lebensgrundlagen genommen? Eines muss den Verantwortlichen im Staat aber auch klar sein. Die Zerstörung der Natur auf der Erde macht auch vor euren Kindern und Enkelkindern nicht halt. Wenn wir in der Politik nicht den Geist haben, Sackgassen zu erkennen und dann den Mut haben, daraus die Konsequenzen zu ziehen, hinterlassen wir ein fürchterliches und trauriges Erbe. Der verantwortungsvolle Leser dieser Zeilen (Politiker sind auch damit angesprochen) wird daher die ersten Worte dieser Zeilen verstehen und sich auch dafür einsetzen. Keiner weiß, ob er nicht der nächste Betroffene ist.

Alois Mösl, 5201 Seekirchen

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