Gewinner-Story #salzburglove

Schnell mal auf einen Kaffee nach Salzburg

Symbolbild SN/photo by eugeniya belova on unsplash
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Was tut Muttern nicht so alles für den Sohnemann! Sogar dazu war ich bereit, meine extreme Beifahrerphobie zu überwinden, um mit meinem 17-jährigen den L17 zu machen.

Gleich zu Beginn der Sommerferien starteten wir unsere Mutter-Sohn-Auto-Beziehung für die nächste heil zu überstehende 3000 Kilometer-Verpflichtung. Anfangs fuhren wir hauptsächlich die gängigsten Strecken bei uns im Weinviertel ab, dann ein bisschen Wien-Routine. Bis Ende der Ferien wollten wir die 3000 km geschafft haben. Doch Ende August fehlten etwa noch 1000 Straßenmeilen und eine adäquate Autobahnfahrt.

So war eines Samstags die Idee geboren, doch schnell auf einen Kaffee ins Tomaselli nach Salzburg zu fahren. Hin und retour etwa 800 Kilometer. Woiferl halt dich an … wir kommen!

Die erste Autobahnfahrt unserer unfreiwilligen Car-Share-Gemeinschaft war wahrlich ein Abenteuer. Für außergewöhnliche Geduld im Umgang mit einer L17-hysterischen Mutter steht meinem Filius noch heute ein Orden zu!

Nach etwa vierstündiger Fahrt endlich in Salzburg gelandet, erkundeten wir verkehrstechnisch die Stadt. Eine Challenge für uns beide. Bereits nach kurzer Zeit hatten wir keine Ahnung mehr, wo wir waren; ich kann mich nur an ein Schild mit der Aufschrift SAK Salzburg Sportplatz erinnern. Kurz nach diesem starb Benny mitten auf einer Kreuzung der Motor ab. Auto tot - rien ne vas plus! So landeten wir beim ÖAMTC Stützpunkt Alpenstraße.

Die Zündkerzen hatten dem Tomaselli-Kaffee und uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bitte warten! Und zwar lange; bis 17 Uhr. Ich entschied, dass wir uns eine Bleibe suchten und wurde in Salzburg Süd in Richtung Hellbrunn mit einer netten Pension fündig.

Am Abend wollten wir endlich unseren Kaffee einlösen. Tatsächlich ergatterten wir einen Tisch an der Vorderfront des Cafés. Das gediegene Ambiente ließ mich erfahren, dass nicht nur ein guter Tag mit einem Frühstück dort beginne, sondern auch mit zwei köstlichen Cappuccinos wunderbar ausklingen kann. Wie Balsam für unsere autogepeinigten Seelen.

Am Alten Markt begann es plötzlich noch mehr zu wurrln. Neugierig geworden zahlten wir und folgten den Davoneilenden über den Residenzplatz und den Domplatz Richtung Festung. Bald erreichten wir eine gewaltige Menschentraube und stellten uns zu den Gaffern vor eine Absperrung, die Köpfe in den bereits dämmrigen Himmel in Richtung Mönchsberg emporgereckt.

Benny und ich drängelten uns durch. Es ward meinem Sohn - einem der größten Wolf Haas-Fans - vergönnt, mitten in die Dreharbeiten von Silentium zu geraten. Wir verfolgten den abenteuerlichen Dreh gute zwei Stunden und räumten erfolgreich mit Autogrammen von Josef Hader und Simon Schwarz das Feld. Innerlich bedankte ich mich bei meinem Auto für diese Bescherung.

Und die Moral von der Geschicht: Salzburg ist viel mehr an Reise wert, als nur zwecks eines kilometersammelnden Rutschers auf einen Kaffee ins Tomaselli … obwohl … es auch der allein schon wert war!

Maria Modl

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Quelle: SN

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