Meine Heldin

Eine Heldin, die Herzen öffnet

Symbolbild SN/photo by joyce huis on unsplash
Symbolbild

Meine Heldin heißt Ingrid, im Dezember 2015 ging sie nach einer Operation im Krankenhauspark spazieren. Auf einer Bank saß eine ältere Frau mit rot gegerbter Haut und schlechten Zähnen, sie sah arm aus, aber meine Heldin hat nicht weg, sondern hingeschaut und sie angelächelt. Die Frau stand auf, nahm Ingrids Hand und in gebrochenem Deutsch und mit einem Lachen wünschte sie ihr schöne Weihnachten. Meine Heldin hat immer gewusst, wie man Menschen begegnet. Controlling, Human Resource Management, Großraumbüros und Arbeitsrückkehrgespräche sind nicht ihr Zuhause. Das Finden richtiger Worte um bei anderen Menschen Türen und Herzen zu öffnen. Taten, um nicht nur eigene, sondern auch mehrere Pflegekinder ein Stück des Weges zu begleiten. Schalk im Kopf, um mit den krudesten Geschichten Leute in den April zu schicken und die verrücktesten Träume auszubreiten, das ist ihre Welt. Ingrid ist leider seit mehr als drei Jahren sehr krank, aber sie liebt das Leben. Meine Heldin ist meine Mutter, die mir nicht nur das Leben, sondern auch die Leidenschaft dafür geschenkt hat, jetzt würde ich ihr gerne Leben schenken.
Christian Purer

Quelle: SN

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