Meine Heldin

Für ein geeintes, soziales und friedliches Europa

Symbolbild SN/photo by semina psichogiopoulou on unsplash
Symbolbild

Eigentlich hätte Susanne Scholl sich nach ihrer Pensionierung gemütlich zurückziehen können. Blickte sie doch auf ein spannendes, beindruckendes Berufsleben zurück. Als Autorin zahlreicher Bücher, als Journalistin, als Auslandskorrespondentin was ihr Leben spannend und ereignisreich. Doch dann kam die neue schwarz-türkis-blaue Bundesregierung. Susanne Scholl erkannte sofort, dass Dinge wie Fremdenphobie, Sündenböcke und längst überwunden geglaubtes Denken nicht nur salonfähig, sondern sogar gewünscht wurden. Als Kind österreichisch-jüdischer Eltern noch in der Besatzungszeit in Wien geboren, alle Großeltern von den Nazis ermordet, konnte sie zu dieser politischen Wende weder schweigen noch stillhalten. Kurz nach der Angelobung dieser Regierung trat sie der Bewegung "Omas gegen Rechts", die von Monika Salzer gegründet wurde, bei und wurde deren Stellvertreterin. Unermüdlich und unerschrocken nimmt sie Stellung zu Themen wie Abschaffung des Sozialstaates, aber ganz besonders zu dem aufkommenden braunen Gedankengut, sei es in Burschenschaften, deren Vertreter wichtige Posten in Ministerien und Gerichten erhalten, oder Hass gegen Menschen, die vor Not, Krieg und Elend aus ihrer Heimat fliehen mussten. Mittlerweile umfasst diese Plattform für zivilgesellschaftlichen Protest alleine in Österreich nahezu 4000 Personen. Lassen wir Susanne Scholl zu Wort kommen: "Alle Menschen haben das Recht menschenwürdig zu leben. Immer und überall!" Diesen Worten schließe ich mich an, denn sie ermutigen auch mich nicht zu schweigen und mich an ihre Seite zu stellen für ein demokratisches Österreich, für ein geeintes soziales und friedliches Europa zu kämpfen.
Gabriele Waach

Quelle: SN

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