#salzburglove

Skinny-dipping

Symbolbild SN/photo by nick dunlap on unsplash
Symbolbild

Skinny-dipping ist schon wieder Englisch. Aber ich glaube, dass das soweit OK ist. "Story One" und "#salzburglove" sind's ja auch. Außerdem gibt es im Deutschen kaum ein Wort, das so lieb prickelt wie skinny-dipping. So ein bisserl wie ein Stifterl Sekt, schön kühl und trocken. "Splittern", "Nacktbaden" oder "FKK" kommen da lange nicht mit - da fehlt gefühlsmäßig der Spaß-Faktor, fun factor, as it were.

Gelernt hab ich die Vokabel unmittelbar von meinen Freundinnen und Freunden zu jener Zeit, den Mitgliedern der English Drama Group, der Schauspieltruppe der Uni Salzburg. Da tummelten sich immer ein Haufen Briten, Amerikaner, Iren, Österreicher beiderlei Geschlechts, und die Umgangssprache war Englisch - zu meiner großen Freude hab ich mit denen viel mehr Nützliches gelernt als im ganzen Studium. Learning by doing! - immer mit einem Hauch von Holiday Feeling.

Jedenfalls beschlossen wir, acht Girls & Boys und ich, an einem lauen Abend im Mai, weit hinten im letzten Jahrtausend, bester Stimmung, mit zwei Autos zum Freibad in Bergheim zu fahren, um uns ein wenig abzukühlen - skinny-dipping eben.

Die Fahrt dauerte nicht lange, wir waren alsbald angekommen, und das Zaungitter mit ungefähr zwei Meter fünfzig stellte kein besonderes Hindernis dar. Wir waren jung, sportlich und gut aufgelegt: für vier Mädchen eine kleine Hilfe, Räuberleiter, und - schwupps - waren wir alle Neune schon in den warmen Fluten. Sogar der volle Mond hat ein bisserl gelächelt.

Oh, the fun.

Nach einer halben Stunde oder so hatten wir genug - wir mussten ja noch nach Itzling auf ein Eis. Also, alle Neune wieder über den Zaun - abermals kein großes Problem. Doch da hatte Cathy, eine von den Girls aus den USA, eine kleine Schrecksekunde - ihre Armbanduhr war auf einem Bankerl liegen geblieben.

Also ich als alter Geräteturner wieder hinein, die Uhr geholt, und da passiert's, es ist kaum zu glauben: Neun sind hinein, neun wieder raus! - beim Herausklettern steige ich auf die Türschnalle des Gittertors, und die Tür schwingt auf.

Lange nicht mehr so gebrüllt vor Lachen.

Reinhard Auer

Diese Story wurde ursprünglich veröffentlicht auf www.story.one. Salzburg schreibt die besten Geschichten. Welche ist Ihre? www.story.one

Quelle: SN

Aufgerufen am 26.01.2021 um 03:26 auf https://www.sn.at/leserforum/leserspalte/salzburglove-skinny-dipping-80424274

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