Was mein Leben schöner macht

Salzburg im Schnee

Verschneiter Blick auf Schloss Leopoldskron SN/sn
Verschneiter Blick auf Schloss Leopoldskron

Zuerst der lang gehegte Plan: Salzburg im Winter wieder zu erleben, wie damals, vor vielen Jahren dargestellt im wunderbaren Buch "Salzburger Advent" (Carl Pospesch, 1965). Und nun, da die Stadt im Schnee versinkt, der "Spaziergang der Erinnerung" entlang des Leopoldskroner Weihers über den Krauthügel und das Bürgermeisterloch hinunter in die Altstadt. Nur wenige Menschen kommen mir im Schneetreiben am Weg entlang des Almkanals entgegen. Und dann das Überraschende: Jeder, auch ich, so als ob ein geheim eingeschlossenes Gefühl uns mit dem Entgegenkommenden verbinden würde, ja verbündete, grüßt - "Guten Morgen", "Grüß Gott" oder auch nur, sei's drum, "Hallo". Kurzer Ausdruck eines gemeinsamen Erlebens einander fremder Menschen. Wie am Land, wie auf dem Berg. Und dann plötzlich das Gefühl: Diese Stadt gehört uns, mir und allen, die im Lauf der Jahre und Jahrzehnte mit ihr zusammen gewachsen sind. Am Weg dann noch das in Marmor gegossene Gedicht "Am Mönchsberg" von Georg Trakl macht diesen Vormittag vollends unvergesslich.


Dr. Wolfgang Schwaiger, 5020 Salzburg

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