Auto

Angriff mit der A-Klasse

Stilwechsel. Erstmals ist der "kleine Mercedes" im Kompaktsegment eine wettbewerbsfähige Alternative - und eine jugendlich frische noch dazu.

Angriff mit der A-Klasse SN/MercedesBenz


Bislang hat sich eine Mercedes-Benz A-Klasse dramatisch von ihren Segmentgenossen unterschieden. Während die Konkurrenz flache, knackig-sportliche Autos wie BMW 1er oder Audi A3 ins Rennen schickte, bot Daimler nur das zwar funktional-praktische, aber eben auch staksig hochbauende Sternchen an.

Jetzt mit der neuen Generation hat sich bei den Schwaben quasi eine revolutionäre Entwicklung abgespielt, satt und mit einem emotionalen Blechkleid bedacht, braucht dieser Benz nicht mehr darum bitten, ernst genommen zu werden. Besonders die angriffslustige Schnauze macht klar, dass die Stuttgarter den Bayern im kompakten Premiumbereich zusetzen wollen. Und sicher werden, denn auch die spannungsgeladene Silhouette und das etwas bravere Heck gefallen tadellos.

Die saubere Linie setzt sich auch im Innenraum gekonnt fort, der klare Armaturenträger (samt feschen Kunststoffprägungen, die erstmals das Holz komplett verbannen) mit seinen schicken runden Lüftungsdüsen und einem markengemäß hochwertigen Materialmix weiß zu überzeugen. Klar ist hier und da noch der Sparstift erkennbar: Die Motorhaube öffnet etwa nicht mit Gasdruckdämpfern, sondern hält per Metallstangerl, oder die Fensterheber lassen sich nicht mehr mit der Schlüsselfernbedienung bedienen. Warum der Tankdeckel auf die Fahrerseite gewandert ist, was im Pannenfall hierzulande gefährlich sein kann, ist auch fraglich.

Dafür hat der Hersteller alles getan, um der jüngeren Klientel die neue A-Klasse imagemäßig attraktiver zu gestalten. Eine umfassende iPhone-Integration zum Beispiel bietet der Generation Facebook bzw. Twitter ein Zuhause auf Rädern. Andere Smartphones werden folgen. Viel wichtiger ist aber der Fahreindruck, welcher sich im Vergleich zum Vorgänger dramatisch agiler anfühlt. Der neue A lenkt elektromechanisch äußerst angenehm abgestimmt, die Federung agiert selbst mit Sportdämpfern zuvorkommend, aber dennoch in angebrachter Straffheit. Ausgewogen rollt man über die Pisten, angetrieben von sparsamen Motoren, die zwischen 109 und 211 PS leisten. Die optionale Sieben-Gang-Doppelkupplungsautomatik, der serienmäßige Collision Prevention Assist (greift nur ein, wenn der Fahrer ohnehin bremsen würde) und viele Individualisierungsmöglichkeiten beeindrucken. Folgen wird ein AMG-Ableger mit 4Matic. Allradantrieb wird dann auch für andere Modelle da sein. Verkaufsstart ist im September (ab 24.950 Euro).

(SN)

Aufgerufen am 25.04.2018 um 11:39 auf https://www.sn.at/panorama/auto/angriff-mit-der-a-klasse-5973796

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