Auto

Autobauer nehmen zweiten elektrischen Anlauf

Auf dem Pariser Salon rücken Konzepte mit E-Mobilität in den Vordergrund.Doch es tut sich auch bei "herkömmlichen" Modellen einiges - vor allem bei SUVs.

Zurück in die Zukunft. Was vor acht Jahren vage begann und dann an Dynamik verlor, rückt jetzt wieder in den Mittelpunkt der Strategien vieler Autobauer: die Elektromobilität. Auf dem an diesem Wochenende startenden Pariser Salon Mondial de l'Automobile werden zwar immer noch zahlreiche Premieren gezeigt, die zumeist im Frühjahr 2017 zu den Händlern kommen, doch blicken einige Konzerne auch viel weiter in die Zukunft. Gemeinsame Strategie dabei: der Elektroantrieb.

Ob Mercedes-Benz mit der Ankündigung der neuen Modellinie "EQ", die mit einem sportlichen SUV-Coupé eingeleitet wird, Volkswagen mit dem "Gemeinsam - 2025"-Konzept, in dem bis in neun Jahren 30 neue E-Modelle und 17 neue Plug-in-Hybride Premiere haben sollen, oder Opel mit dem marktfertigen Ampera-e (freilich auf Basis des amerikanischen Chevrolet Bolt) - alle sehen Elektroantriebe als integralen Zukunftsfaktor. Bei Toyota wird der Wasserstoffantrieb (Brennstoffzelle) vorangetrieben. Dazu kommen natürlich die nächsten Schritte in Sachen Digitalisierung, Konnektivität und sogar Mobilitätsdiensten, die z. B. Volkswagen als eigene, 13. Konzernmarke (derzeit noch ohne Namen) etablieren will.

Opels Ampera-e erreicht eine Reichweite nach Norm von über 500 Kilometern. Der Praxistest von London nach Paris (417 Kilometer auf dem Land) verlief problemlos, die Rest-Reichweite wurde mit 80 Kilometern angezeigt, berichtete Opel-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann in Paris. Damit wird die Reichweite eines Benziners erreicht. Doch selbst die realistische Einschätzung von Technikern, der Ampera-e würde im Alltag "nur" 380 Kilometer schaffen, würde immer noch einen deutlichen Fortschritt zu derzeit verfügbaren Elektroautos bedeuten.

An einer 50-kWh-Gleichstrom-Schnell-Ladestation soll in einer halben Stunde eine Reichweite für 150 Kilometer nachgeladen werden können. Der Ampera-e mobilisiert eine Leistung von 204 PS und beschleunigt den Fünfsitzer in 3,2 Sekunden von null auf 100 km/h. Die hochkapazitiven Batterien wurden extra flach in platzsparender Unterflurbauweise verbaut. Die Chefingenieurin des Opel Ampera-e, Pamela Fletcher, erläuterte in Paris: "Das Batterie-Design und die Positionierung ermöglichen das großzügige Platzangebot. Darüber hinaus ist das Batteriepaket ein integraler Bestandteil der Fahrzeugstruktur und sorgt so für eine hohe Verwindungssteifigkeit, einen niedrigen Schwerpunkt, besten Unfallschutz." Der Ampera-e soll in der ersten Jahreshälfte 2017 auf den Markt kommen.

Weniger visionär und mehr realistisch sind dagegen die wichtigsten Premieren des Salons: Auch da haben Mercedes (mit den AMG-Sportlern GT R und GTC), Audi (A5) oder Opel (Karl Rocks) Neuheiten auf den Bühnen, doch allgemein dominieren SUVs aller Größenordnungen.

Bei Land Rover ist die Premiere der neuen Discovery-Generation ein weiterer Schritt zum anhaltenden Wachstum. Audi zeigt den neuen Q5, Infiniti den QX50, Opel den aufgefrischten Zafira, Peugeot den 3008 und 5008, Renault den Grand Scénic und die spektakuläre Studie Trézor, Seat erweitert den noch frischen Ateca um eine Xperience-Version, Škoda hat mit dem Kodiaq sehr wahrscheinlich einen neuen Renner im Sortiment und Suzuki wertet den S-Cross auf und bringt den kleinen Ignis neu. Dazu kommen noch Studien wie der UX von Lexus, der X2 von BMW, der Grand Tourer von Mitsubishi oder der LIV-2 von Ssangyong.

Nicht nur die deutschen Hersteller, auch der PSA-Konzern will hinkünftig verstärkt "geteilte Mobilität" anbieten.

Aufgerufen am 20.05.2018 um 11:40 auf https://www.sn.at/panorama/auto/autobauer-nehmen-zweiten-elektrischen-anlauf-1006312

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