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Das Feindbild SUV wird immer beliebter

Sports Utility Vehicles: Vom Nischenprodukt zum am stärksten wachsenden Segment.Und das in den meisten Märkten und aus mehreren Gründen.

Das Feindbild SUV wird immer beliebter SN/audi
Audi Q3: Kompaktes SUV, das den Zeitgeist trifft. AUDI

Sie erleben einen richtigen Boom: SUVs. Warum? Die erhöhte Sitzposition erleichtert den Einstieg und verschafft eine verbesserte Sicht. Die meisten SUVs haben ein Raumangebot, das größer als in Limousinen ist und mit Kombis mithalten kann. Für viele bieten Sports Utility Vehicles aber einfach den Eindruck erhöhter Sicherheit. Wegen "Sports" entscheiden sich wohl nur wenige Käufer für SUVs.

Dass SUVs "Spritfresser" seien, ist das von ihren Gegnern beharrlich gepflegte Vorurteil, das auf die Masse der neuen SUVs nicht mehr zutrifft. Kein Tiguan muss bei gleicher Leistung deutlich mehr Treibstoff verbrauchen als ein Golf, obwohl er ein Gewichts- und Luftwiderstandshandicap aufweist (Allradantrieb erhöht das Leergewicht grob um 100 Kilogramm). Die robusteren SUVs können allerdings bei Unfällen mehr Schaden an anderen Fahrzeugen verursachen. Um das Risiko für Fußgänger und Radfahrer zu reduzieren, sind spezielle Schutzeinbauten an der Front schon durchwegs üblich.

Geländegängigkeit ist nicht zwangsweise eine Eigenschaft, denn es gibt auch SUVs mit Einachsantrieb, aber eben mit einem SUV-typischen "Look". In den meisten SUVs wird aber Allradantrieb zumindest optional angeboten und auch meist gewählt. In den vergangenen Jahren haben sich auch Bezeichnungen wie Crossovers durchgesetzt, denn die meisten SUVs sind eher die Verbindung von Kombi und Geländeauto als ein reiner Offroader. Letztere verfügen über einen Geländegang und meist über eine Differenzialsperre, eine Untersetzung ist im schweren Gelände oder im Zugbetrieb von großem Vorteil.

SUVs haben diese in der Regel nicht. Auch ist die Wattiefe eines SUV nicht so hoch wie die eines reinen Geländewagens. Dennoch erzielen moderne Allrad-SUVs schon beachtliche Fähigkeiten auch im Gelände.

Die Geschichte der SUVs begann mit dem Jeep Wagoneer und dem Range Rover in den 1960er-Jahren, auch wenn damals der Begriff SUV noch nicht gebräuchlich war - der kam erst in den 1990ern, als Toyotas RAV4 und der Land Rover Freelander ihren Erfolgszug begannen, die auch die ersten "Kompakten" dieses Genres waren. In den USA stieg die Absatzzahl neuer SUVs von 1988 bis 1997, also in einem knappen Jahrzehnt, von 960.000 auf 2,4 Millionen Stück.

Es gibt kaum mehr Hersteller, die kein SUV in der Modellpalette haben - zuletzt eroberten SUVs auch den Luxussektor (Bentley, Maserati), ergänzen das Portfolio von Sportwagenbauern (Porsche, Jaguar) oder erweitern einfach das Angebot von Massenherstellern (zuletzt Seat). Die Premiumautobauer wie Audi, BMW, Mercedes, Volvo wissen längst, wie wichtig SUVs für Absatzziele sind.

In den kommenden Monaten und Jahren werden zahlreiche neue Modelle auf den Markt kommen: Heuer noch debütieren der Audi Q2, der Škoda Kodiaq und der neue Land Rover Discovery, es folgen bei BMW ein X2, bei VW der T-Roc, bei Volvo der XC40, der Alfa Stelvio und der Mercedes GLB neben den Aktualisierungen von etablierten Modellen wie BMW X-Reihe, Audi Q und Mercedes GL oder Subaru Forester.

Ein Ende des SUV-Booms ist keineswegs absehbar.

Aufgerufen am 21.08.2018 um 07:51 auf https://www.sn.at/panorama/auto/das-feindbild-suv-wird-immer-beliebter-1006192

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